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Sprachentwicklungsdiagnose bei der Einschulungsuntersuchung

Sprachkompetenz ist eine der Schlüsselfähigkeiten für schulischen Erfolg. Um einen eventuellen Sprachförderbedarf möglichst frühzeitig erkennen zu können, wurde im Rahmen der Neukonzeption Einschulungsuntersuchung die verbindliche Sprachstandsdiagnostik 2009 flächendeckend eingeführt.

Wenn Kinder nicht die Möglichkeit haben ihre Sprachpotentiale voll zu entfalten, so ist es wahrscheinlich, dass sie in Schule, Beruf und Leben benachteiligt sind. Dies betrifft vor allem Kinder mit

  • verzögerter Sprachentwicklung
  • zu geringer Sprachanregung
  • Migrationshintergrund, die Deutsch als Zweitsprache unzureichend lernen

HASE

Bei Schritt 1 der neu konzipierten Einschulungsuntersuchung wird mit dem Heidelberger Auditiven Screening in der Einschulungsuntersuchung (HASE) eine Sprachentwicklungsdiagnose durchgeführt. Das Screening beinhaltet drei Aufgaben:

  • Nachsprechen von Sätzen
  • Wiedergeben von Zahlenfolgen
  • Nachsprechen von Kunstwörtern

SETK 3-5

Das Standardverfahren für die Sprachentwicklungsdiagnose ist der Sprachentwicklungstest für drei- bis fünfjährige Kinder (SETK 3-5).
Der SETK 3-5 besteht aus fünf Untertests, mit denen das Sprachverstehen, die Sprachproduktion und das Sprachgedächtnis untersucht werden.

Verstehen von Sätzen (VS)

Dem Kind werden 15 Aufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen vorgegeben, die es mit bekannten Materialien in Handlungen umsetzen soll. Das Kind kann die Handlung nur dann richtig durchführen, wenn es den Satz verstanden hat. z.B. "Leg den Sack zwischen die Stifte."

Morphologische Regelbildung (MR)

Stellvertretend für das grammatische Regelwissen wird die Fähigkeit zur Bildung von Wortformen untersucht. Die Kinder werden nach der Einzahl und der Mehrzahl eines auf Bildkarten dargestellten Tieres, Gegenstandes oder Fantasieobjekts ("Ribane", "Biwo", "Kland") gefragt und müssen Regeln zur Bildung der Mehrzahl anwenden.

Phonologisches Arbeitsgedächtnis für Nichtwörter (PGN)

Hier wird die Fähigkeit überprüft neue Lautmuster aufzunehmen, im Arbeitszeitgedächtnis kurzzeitig zu speichern und dann unmittelbar abzurufen. Nicht die einfache Merkfähigkeit, sonder das zentrale auditive Gedächtnis wird getestet. Die Kinder sollen vorgesprochene Nichtwörter wie z.B. "Billop" oder "Skatagurp" wiederholen.

Satzgedächtnis (SG)

Es wird überprüft, ob ein Kind grammatische Kenntnisse beim Wiederholen von vorgesprochenen Sätzen wiederholen kann. Sinnvolle und sinnentleerte Sätze unterschiedlicher Länge und Komplexität müssen vom Kind bei der Wiedergabe neu gebildet werden, da sie zu lang sind um auswendig wiedergegeben zu werden.

Gedächtnisspanne für Wortfolgen (GW)

Das Ergebnis diese Untertests fließt nicht in die Gesamtbewertung ein.

Die ärztliche Bewertung der Sprachentwicklung erfolgt auf Grundlage der Sprachstandsdiagnose unter der Einbeziehung sonstiger relevanter Befunde der Einschulungsuntersuchung. Die Feststellung eines intensiven pädagogischen Förderbedarfs ist wesentliche Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln durch die Kindertagesstätte oder eine andere pädagogische Förderstelle.

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