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Bildungshaus 3-10

Grundgedanken

Ziele

In den Bildungshäusern steht die intensive Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule im Vordergrund. Sie soll im Laufe der Modellphase so eng werden, dass eine durchgängige Bildungseinrichtung für Drei- bis Zehnjährige - ein pädagogischer Verbund - entsteht. Mit diesem Modellprojekt schlägt Baden-Württemberg als erstes Bundesland neue Wege im Bereich der frühkindlichen Bildung und der Grundschulbildung ein. Gemeinsame Lern- und Spielzeiten in institutions- und jahrgangsübergreifenden Gruppen sind zentrale Strukturelemente dieses Modellprojekts. Der Orientierungsplan für die Kindergärten und der Bildungsplan der Grundschule sind aufeinander abgestimmt. Sie bilden die Basis für die Arbeit im Bildungshaus.

Leitgedanken

  • Das Kind steht im Mittelpunkt der frühkindlichen Bildung und der Bildung in der Grundschule. Seine Bildungsbiografie soll kontinuierlich und möglichst bruchlos erfolgen
  • Kinder lernen u.a. in altersgemischten Gruppen miteinander und voneinander
  • Die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit dem Elternhaus wird intensiviert
  • Erzieherinnen und Lehrkräfte bilden ein Team. Die Pädagoginnen und Pädagogen mit unterschiedlicher Ausbildung arbeiten eng zusammen und lernen voneinander. Davon profitieren sie selbst, am meisten aber sollen die Kinder profitieren.

Merkmale der Bildungshäuser

  • Erhalt der Strukturen als Kindergarten und Grundschule
  • Orientierungs- und Bildungsplan als Arbeitsgrundlage
  • Pädagogisches Team
  • Gemeinsame Lernzeiten in institutions- und jahrgangsübergreifenden Gruppen
  • Festlegung gemeinsamer Zeiträume für Spielen und Lernen
  • Beobachtung und Dokumentation als Grundlage für Förderung und Forderung
  • Stärkung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
  • Durchgängige Bildungsbiographie
  • Integration des Runden Tisches ("Schulreifes Kind")
  • Neue Formen der Einschulungsfeier
  • Weiterentwicklung schriftlicher Entwicklungsberichte
  • Wechsel in weiterführende Schulen

Modellbeschreibung

Im "Bildungshaus 3 - 10" gestalten Kindergarten und Grundschule wesentliche Teile ihres Bildungsangebots institutionsübergreifend und gemeinschaftlich. Kindergarten und Grundschule verzahnen Teile ihres Bildungsangebots. Diese Angebote werden dauerhaft und regelmäßig von Lehrkräften und Fachkräften beider Einrichtungen gemeinsam vorbereitet und durchgeführt, stehen den Kindern mindestens im letzten Kindergartenjahr und im ersten Schuljahr gemeinsam zur Verfügung, finden in den Räumen beider Einrichtungen statt und decken Bildungsziele von Orientierungsplan und Bildungsplan Grundschule ab. Die Einrichtungen bleiben in ihren Strukturen als Kindergarten bzw. Grundschule erhalten.
Bei Bedarf regeln die Träger der Einrichtungen die Rahmenbedingungen in vertraglicher Form, die für eine Intensivierung des pädagogischen Verbunds Kindergarten und Grundschule förderlich und notwendig sind.

Vertiefung von Themen und Schwerpunktsetzung

Von der Kooperation zum pädagogischen Verbund sollen schrittweise und mit unterschiedlicher Intensität verschiedene Elemente vertiefend in den Bildungshäusern Berücksichtigung finden.
Die 33 Bildungshäuser erhielten das Angebot, sich vertiefend mit Themen zu beschäftigen, die z.T. bereits bei der Auftaktveranstaltung am 24. Januar 2008 in Foren vorgestellt wurden (klassische Musik, Weltwissenvitrinen, jahrgangsübergreifendes Lernen, Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern, Lernstands- und Entwicklungsdiagnostik, individuelles Lernen, bildnerische Entwicklung und ästhetisch-künstlerische Bildung, Bildungshaus und Museum, Entwicklungsberichte).
An allen angebotenen Fachtagungen waren der Landeselternrat, der Landeselternbeirat und der Landesschulbeirat beteiligt.

Schwerpunktsetzung: "Weltwissenvitrinen"
Fünf Bildungshäuser beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Weltwissen-Vitrinen“, einer Idee der Kindheitsforscherin Dr. Donata Elschenbroich. In der Weltwissens-Vitrine, einem Glasschrank im Eingangsbereich des Kindergartens und der Grundschule sind Alltagsgegenstände und Instrumente ausgestellt, die nicht in allen Elternhäusern vorhanden sind (z.B. Magnete, Eintrittskarten für einen Museumsbesuch, Stethoskop, Maurerkelle, Kompass, Xylophon). Diese Gegenstände werden eine Woche lang ausgeliehen und zu Hause untersucht. Ziel ist u.a., Bildungshäuser und Elternhäuser dadurch stärker miteinander zu verbinden. Donata Elschenbroich und ihr Coautor Dr. Otto Schweitzer begleiteten einige Bildungshäuser filmisch. In die Arbeit einbezogen waren der Erziehungswissenschaftler Prof. Helmut Schreier (Hamburg), die für die Ausbildung von Grundschullehrkräften am Seminar in Mannheim zuständige Fachleiterin, Ulrike Holzwarth-Raether und die in Weinheim praktizierende türkische Kinderärztin Dr. Emy Koen, die Vorsitzende des Vereins für Museumspädagogik in Baden-Württemberg, Regina Ille-Kopp und die Freie Kuratorin Petra Larass, Berlin.

Nach Fachtagungen im April, Juli, Oktober und Dezember 2008 wurde bei der ersten Zwischenbilanz am 13. Juli 2009 in Stuttgart das Ergebnis der Arbeit und der Film, der vom Kultusministerium in Auftrag gegeben wurde, präsentiert. Insgesamt sind von den Autoren Dr. Donata Elschenbroich und Dr. Schweitzer zwei Filme zu diesem Schwerpunktthema entstanden: „Die Dinge – daheim. Ein Bildungshaus im Taubertal“ und „In den Dingen“. Diese Filme wurden allen Kindergärten und Grundschulen des Landes sowie den Fachschulen für Sozialpädagogik zur Verfügung gestellt.

Schwerpunktsetzung: "Klassische Musik"
Neun Bildungshäuser interessierten sich für das Thema „Klassische Musik in den Bildungshäusern“ und haben sich bereit erklärt, sich diesem Thema auch vertiefend an Fachtagungen zu widmen, die das Kultusministerium zusammen mit der Landesakademie für die musizierende Jugend in Ochsenhausen veranstaltete. Mit dem Kinderchor der Landesakademie SingsalaSing wurden die Konzeptionsansätze umgesetzt. Nach einem ersten Fachtag im Juni 2008, der sich schwerpunktmäßig mit Hadyns Schöpfung beschäftigte, folgte ein weiterer, in dem Mozarts Zauberflöte im Mittelpunkt stand. Einbezogen in die Entwicklung waren Rhythmiker und Elementarpädagogen sowie bildende Künstler, wie die polnische Malerin und Keramikerin Elzbieta Mulas aus Stuttgart. Musikwissenschaftler, Theologen, Theaterfachleute, Psychologen und Erziehungswissenschaftler wurden konsultiert.
Impuls gebend waren die Erfahrungen und die Materialien der österreichischen Musikpädagogin Margit Lentsch. Unterstützt wird die Arbeit in den Bildungshäusern zusätzlich durch den baden-württembergischen Liederkalender für den Kindergarten und die Grundschule, die Singepaten mit dem Singepatenhandbuch und die Stiftung „Singen mit Kindern“ .
Fünf dieser Bildungshäuser verstärken diesen Ansatz weiter, indem sie mindestens zwei Jahre lang mit einem oder ggf. mit mehreren Künstlern zusammenarbeiten. Die Künstler werden von der Yehudi-Menuhin-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium ausgewählt. „MUS-E im Bildungshaus BW“ wird finanziell von der Neumayer-Stiftung und dem Kultusministerium getragen.

Hinter der Schwerpunktsetzung in einzelnen Bildungshäusern steht die Idee, dass die jeweiligen Themen Strahlkraft bekommen auf alle Bildungshäuser und darüber hinaus auf die rund 8.000 Kindergärten und 2.500 Grundschulen des Landes.

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