Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ)

Aufgaben und gesetzlicher Auftrag

Am 1. Februar 2001 wurde vom Landtag Baden-Württemberg das Medienzentrengesetz (Drucksache 12 / 5981) beschlossen, in dem die Aufgaben der Medienzentren definiert sind: "Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg sowie die Stadt- und Kreismedienzentren haben die Aufgaben zu erfüllen, die sich aus der Verwendung audiovisueller und digitaler Medien in der Erziehungs- und Bildungsarbeit der öffentlichen Schulen ergeben. Die gleichen Aufgaben hat das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg bei der Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung zu erfüllen." Folgende Aufgaben sind im Gesetz aufgeführt:

1. pädagogischer Dienst, insbesondere

  • Fort- und Weiterbildung sowie Beratung und Schulung von Lehrkräften im Hinblick auf eine sachgerechte Verwendung von Medien, Beratung der Stadt- und Kreismedienzentren und der Schulträger bei der Medienbeschaffung, Mitwirkung bei der Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern der Medienzentren,
  • Durchführung von medienpädagogischen Modellprojekten und Mitwirkung bei der Erprobung und Förderung neuer Medien und Kommunikationstechniken sowie Beratung bei der Beurteilung, Erprobung und Nutzung neuer Medien,
  • Förderung der Medienbildung, Medienkompetenz und Medienerziehung unter anderem durch Unterstützung des schulischen Medieneinsatzes und medienpädagogische Informationsangebote,


2. technischer Dienst für Schulen, insbesondere

  • die technische Beratung und Betreuung der Mitarbeiter der Stadt- und Kreismedienzentren sowie der Schulträger im Zusammenhang mit der Beschaffung und dem Einsatz von Geräten für den Medieneinsatz,
  • Mitwirkung bei der Beratung und Unterstützung im Bereich Multimediatechnik für den Unterrichtseinsatz an Schulen einschließlich pädagogischer Netzwerke (Support),
  • Versorgung der Schulen mit technisch hochwertigen Kopien von Funk- und Fernsehsendungen,


3. Mediendistribution und Medienerschließung, insbesondere

  • die Erschließung und Erfassung von Bildungsmedien einschließlich eines Medieninformationssystems,
  • Mediendistribution einschließlich Verleih, Zentralarchiv, Medienbeschaffung und Medienberatung,


4. landeskundliche und kulturhistorische Bilddokumentation.



Arbeitsschwerpunkte

Das Landesmedienzentrum hat in den vergangenen Jahren zentrale Landesangebote zum pädagogischen Arbeiten mit schulischen Netzen und zur landesweiten Distribution von digitalen Medien entwickelt und stellt diese den Schulen zur Verfügung.

Medienbildung

Im Bereich Pädagogik entwickelt, koordiniert und betreut das Landesmedienzentrum Angebote zur Medienbildung insgesamt und zum pädagogischen Jugendmedienschutz, zur Filmbildung und zur Hörerziehung im Besonderen. Dies findet u.a. im Rahmen der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg, die von der Landesregierung ins Leben gerufen wurde, und im Auftrag des Kultusministeriums Baden-Württemberg statt.

Darüber hinaus beteiligt sich das LMZ an Projekten anderer Institutionen und initiiert selbst eigene Projekte. Diese Angebote richten sich an die drei Hauptzielgruppen des LMZ: Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler.

Beispielhaft seien hier einige Projekte genannt:

  • Medienbildung in der Grundschule

Digitale Medien sind heute selbstverständlicher Bestandteil der Lebenswelt von Kindern im Grundschulalter. Untersuchungen wie die JIM-Studie (2014) zeigen, dass bereits 88% der 12–19-Jährigen ein eigenes Smartphone besitzen und dabei in der Regel einen ungehinderten und auch ungeschützten Zugang zum Internet haben. Um die Kinder einerseits auf die vielfältigen positiven Möglichkeiten der Medien vorzubereiten und sie andererseits vor möglichen schädigenden Einflüssen zu schützen, ist eine grundlegende Medienbildung bereits in der Grundschule unverzichtbar.

Auch mit der Einführung der Leitperspektive Medienbildung in den neuen Bildungsplänen 2016/2017 wird der Medienbildung ein größerer Stellenwert eingeräumt. Um die Einbindung der Medienbildung in den Bildungsplan der Grundschule vorzubereiten, um gesicherte Empfehlungen geben zu können, wie Grundschulen mit Medien ausgestattet werden sollten, welcher technische Support dazu nötig ist und welcher pädagogischen Unterstützung zur Qualifizierung der Lehrkräfte es bedarf, führt das Landesmedienzentrum BW im Auftrag des Kultusministeriums Baden-Württemberg und in enger Absprache mit den Kommunalen Landesverbänden bereits seit dem Schuljahr 2011/12 das Projekt „Medienbildung in der Grundschule“ durch. Dabei wird angestrebt, die Kinder von Anfang an zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu erziehen und ihnen schon frühzeitig und nachhaltig Wege zu eröffnen, ihre medial-vernetzte Lebenswelt aktiv mitzugestalten.

Bereits heute machen sich immer mehr Grundschulen im Land auf den Weg und integrieren die Medienbildung in ihr Schulcurriculum – nicht zuletzt, weil Eltern darauf drängen, dass die Lebenswelt der Kinder auch in der Grundschule ihren Niederschlag findet. Diese Schulen berät und begleitet das LMZ und greift dabei laufend auf Erkenntnisse und Materialien aus dem Grundschulprojekt zurück.

Über zentrale Erkenntnisse des Projekts können Sie sich hier informieren.

 

  • Werkstatt Tablet und Schule

In diesem Projekt geht das LMZ der Frage nach, was die "kleinen Computer" für das mediengestützte Lernen leisten. Tablet-Computer eignen sich für die Medienarbeit in der Schule in besonderem Maße: Sie sind klein, leicht, intuitiv zu bedienen und bieten viele Funktionen in einem Gerät. Mit diesen multimedialen Endgeräten kann Medienbildung handlungsorientiert vermittelt werden. Mögliche Szenarien reichen von der Leseförderung, über Informationsrecherche oder kleineren Medienproduktionen, von der Erledigung von Arbeitsaufgaben oder Dokumentation bis hin zur Präsentation von Ergebnissen. Tablet-Computer lassen sich ohne lange Aufbau- und Einrichtungszeiten flexibel in ganz unterschiedliche Unterrichtsszenarien einbetten und bieten dadurch neue Perspektiven des Medieneinsatzes.

Im Rahmen dieses Projekts wird derzeit vom LMZ ein qualifiziertes technisches wie pädagogisches Unterstützungssystem aufgebaut, welches Schulen auf dem Weg zur langfristigen Nutzung von Tablets im Unterricht begleitet. Aktuelle Werkstattberichte, Umsetzungsbeispiele aus Schulen, Infos zu technischen Szenarien sowie Apps, Medien und Materialien finden Sie hier.

 

Weitere Angebote sind:

  • Online-Informationen rund um Medien, Mediengesellschaft und Medienbildung unter www.lmz-bw.de/medienbildung
  • Peer-to-Peer-Projekte (z.B. Schüler-Medienmentoren-Programm oder Eltern-Medienmentoren-Programm), die eine starke Einbeziehung und Partizipation von den jeweiligen Zielgruppen bei der Vermittlung von Medienkompetenz vorsehen.
  • Angebote zum pädagogischen Jugendmedienschutz in Form von Informationsveranstaltungen, Workshops, Fortbildungen, Unterrichtseinheiten, Pädagogischen Tagen und Medienkompetenztagen. Näheres erfahren Interessierte bei der medienpädagogischen Beratungsstelle des LMZ: beratungsstelle@lmz-bw.de
  • Die Medienpädagogische Beratung für Eltern und Lehrkräfte. Sie kann, je nach Bedarf, telefonisch (0711 – 2850 777) oder durch Medienpädagogische Berater (MPB) in den Kreismedienzentren vor Ort erfolgen.
  • Die Erprobung von neuen Lehr- und Lernformen.

 

Medienentwicklungsplanung (MEP)

Wenn Schulen die Medienbildung systematisch im Unterricht verankern wollen, empfiehlt das LMZ eine detaillierte Planung, die alle am Schulleben Beteiligten einbezieh. Ausgehend von den pädagogischen Vorstellungen und Erfordernissen wird dann z.B. die technische Ausstattung ausrichtet – immer unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten des Schulträgers. Das LMZ bietet für diesen Prozess einer Medienentwicklungsplanung konkrete Unterstützung an. Näheres erfahren Sie hier. http://www.lmz-bw.de/medienentwicklungsplan.html.

PaedML und technischer Support

Das Landesmedienzentrum (LMZ)bietet den Schulen in Baden-Württemberg eine Netzwerklösung für schulische Computernetze an, die so genannte Pädagogische Musterlösung (PaedML). Es gibt sie für drei Betriebssysteme, nämlich Windows, Linux und Novell. Sie werden kontinuierlich weiter entwickelt, um schulisches Arbeiten mit Computern zu erleichtern und zu unterstützen. Hierfür leistet das LMZ auch technischen Support in Form einer zentralen Hotline. Sie bietet Beratung und Unterstützung an und erprobt unterrichtsgeeignete technische Lösungen.

Kontakt:

  • Linux:             (0711)             25 35 83 88
  • Novell:            (0711) 25 35 83 90
  • Windows:       (0711) 25 35 83 89

http://www.lmz-bw.de/technische-unterstuetzung.html

Die im Rahmen der Medienoffensive Schule II durchgeführten Projekte Server für schulische Arbeit mit Medien (SESAM) und Support-Netz gehören seit dem Schuljahr 2008/2009 zum festen Dienstleistungsangebot des LMZ.

SESAM-Mediathek

Das ehemalige Projekt SESAM – heute bequem recherchierbar unter www.medienrecherche.lmz-bw.de – bietet an den Bildungsplänen orientierte Mediensammlungen (Themenbanken) mit Filmsequenzen, Bildern, Grafiken, Animationen, Arbeitsblättern und didaktischem Material an, die von Lehrerinnen und Lehrern in Baden-Württemberg herunter geladen und im Unterricht verwendet werden können.

Lehrkräfte erhalten so bequem über 110.000 Online-Medien, urheberrechtlich unbedenklich und passend zu den aktuellen Bildungsplänen.

Hier sind auch auf die geltenden Bildungspläne angepasste Unterrichtseinheiten eingestellt, die von Lehrkräften für Lehrkräfte erstellt wurden und für den sofortigen Einsatz im Unterricht geeignet sind.

Zudem hat das LMZ eine digitale Matrix entwickelt, in der direkt auf mediale Fachinhalte zugegriffen werden kann. Diese Bildungsplanmatrix  https://matrix.lmz-bw.de ermöglicht mit nur wenigen Klicks das Lernen mit Medien und über Medien und bildet die Bildungspläne und Bildungsstandards in Baden-Württemberg ab.

Beratungssystem des LMZ

In Baden-Württemberg besteht ein flächendeckendes Netz von Beratungsstellen an den Kreis- und Stadtmedienzentren. Die Medienpädagogischen Berater stehen interessierten Kunden – vor allem Lehrkräften und Schulen – für Anfragen und Beratung rund um die zunehmend wichtiger werdenden Themen der Medienpädagogik und -didaktik zur Verfügung. Sie sind selbst als Lehrer/innen im Schuldienst aktiv, verfügen über umfassende Erfahrung in der aktiven Medienarbeit an Schulen und sind mit der Didaktik der unterschiedlichen Schularten vertraut. Dadurch sind sie in der Lage, in pädagogischer, didaktischer und technischer Hinsicht ganzheitlich zu beraten.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.lmz-bw.de/landesmedienzentrum/medienpaedagogische-beratung/medienpaedagogische-berater-mpb.html

Darüber hinaus gibt es am LMZ eine zentrale medienpädagogische Beratungsstelle. Sie erreichen sie unter: 0711-2850-777, beratungsstelle@lmz-bw.de



Organisatorische Gliederung, Abteilungen

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg - mit den beiden Stadtmedienzentren Karlsruhe und Stuttgart - ist in vier Abteilungen gegliedert: den Bereich Querschnitt (Grundsatzfragen, Verwaltung, Haus-IT sowie Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranfragen), den Fachbereich 1 mit pädagogischen Unterstützungsleistungen, den Fachbereich 2 mit technischen Unterstützungsleistungen und den Fachbereich 3 mit der Mediendistribution und -dokumentation sowie dem Mediendienst und Medienerwerb.

Sitz, Anschrift und Kontaktdaten:

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Standort Karlsruhe
Moltkestraße 64
76133 Karlsruhe
Telefon: 0721 8808-0
Fax: 0721 8808 -68

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Standort Stuttgart
Rotenbergstraße 111
70190 Stuttgart
Telefon: 0711 2850 -6
Fax: 0711 2850 -780
lmz@lmz-bw.de
www.lmz-bw.de
Öffnungszeiten:
Montag- Donnerstag: 8 - 16 Uhr
Freitag: 8 - 14.30 Uhr




Weitere Informationen finden Sie unter

Landesmedienzentrum

 

 

 

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