Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater Schloss Rotenfels

Aufgabenfelder und Angebote der Landesakademie im Überblick

  • Aus-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen im Kunst- und Theaterbereich
  • Durchführung von Modellinszenierungen, Probenseminaren, klassenbezogenen Kunst- und Theaterprojekten
  • Kunst-, Theaterworkshops und Studienwochen zur Förderung besonders befähigter Schülerinnen und Schüler
  • Internationale Kunst- und Theaterbegegnungen
  • Theaterseminare des Landes- und Bundesverbandes deutscher Amateurtheater
  • Vemietung an private und geschäftliche Nutzer
  • Geschäftsstellen für den "Kleinkunstpreis des Landes Baden-Württemberg" und den "Landespreis für Volkstheaterstücke" 

Lehrerfortbildungsangebote

Mit den Lehrerfortbildungsveranstaltungen, die sich neben den praktisch-bildnerischen auch mit den theoretisch-reflektierenden Aspekten des Faches Bildende Kunst sowie mit den Inhalten des Theaters, des Tanzes und der angrenzenden Bereiche befassen, beteiligt sich die Landesakademie an der zentralen amtlichen Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg.

Da die Frage nach der aktuellen Praxis von Unterricht, nach Theoriebezügen und erwartbaren oder erwünschten Veränderungen immer wieder neu zu stellen ist, versucht das vorliegende Angebot zur Lehrerfortbildung auf die sich ändernden schulischen Bedingungen zu reagieren, die persönliche und berufliche Kompetenz der Lehrerinnen und Lehrer zu stärken und Hilfen für den Schulalltag anzubieten.

Ästhetisches Erfahren, Denken, Lernen ist wesentlicher Bestandteil der Allgemeinbildung. Ästhetische Erfahrungen, ästhetisches Handeln realisieren sich bei der vorgegebenen Struktur der Schulfächer zunächst im Kunst- und Musikunterricht, im Darstellenden Spiel, im Literatur- und Sportunterricht. Deshalb werden eine intensivere Zusammenarbeit mit den anderen Teilbereichen ästhetischer Erziehung und die Entwicklung interdisziplinärer Vorhaben angestrebt.
Ein besonderes Anliegen der Landesakademie ist es, aktuelle bildungspolitische Themen aufzugreifen und entsprechende bedarfsorientierte Angebote zur Lehrerfortbildung und Unterrichtsarbeit mit Schülern zu entwickeln.

Praxis ist die alltägliche Aufgabe von Lehrerinnen und Lehrern. Konzepte stehen täglich auf dem Prüfstand, so dass die Praxis auf die Theorie und damit auf Forschung und Lehre zurückwirkt. Die Akademie Schloss Rotenfels freut sich deshalb, die hohe Kompetenz von freien Mitarbeiter/innen und Lehrenden an Akademien, Hochschulen, Universitäten, Museen, Theatern sowie anderen bedeutenden Kultureinrichtungen in den Fortbildungsdialog mit den Unterrichtenden für beide Seiten gewinnbringend einbeziehen und für die Lehrerfortbildung nutzen zu können.

Veranstaltungen für alle Kunst-, Theater- und Kulturinteressierten

Darüber hinaus erweitern zusätzliche kostenpflichtige Angebote zur Fort- und Weiterbildung das Angebotsspektrum der Akademie, die sich, ergänzend zu schulischen Zielgruppen, auch an alle Kunst-, Theater- und Kulturinteressierten richten.

Hierzu zählen beispielhaft die auf die Vermittlung von praktischem und künstlerischem Wissen und den Austausch über künstlerische Ausdrucksformen in direktem Arbeitskontakt mit Künstlern zielenden Workshops der sog. Sommerakademie, aber auch Wochenendveranstaltungen sowie Kooperationsveranstaltungen mit Einrichtungen des gesamten kulturellen Umfelds.

Schülerveranstaltungen

Ästhetische Praxis fördert die ästhetische Sensibilität, darüber hinaus das Selbstwertgefühl, erweitert die Kommunikationsfähigkeit und das eigene Handlungsvermögen.

Kunst und in besonderem Maße theaterpädagogisches Arbeiten ist gerade für junge Menschen ein wichtiges Mittel, den Umgang mit sich selbst und anderen zu erproben und dabei rationale wie emotionale, intellektuelle wie kreative, individuelle wie soziale Fähigkeiten auszuprägen.

Neben Probenseminaren, Studienwochen und Kunstworkshops für besonders befähigte oder interessierte Schülerinnen und Schüler eröffnet die Landesakademie allen Schulen die einmalige Gelegenheit, in geeigneten Werkstätten die künstlerische Praxis zu erweitern, Theater und Tanz in Theorie und Praxis kennen zu lernen sowie sich in Begegnungen und internationalen Kontakten auszutauschen.

Auf Wunsch erhalten Schülerinnen und Schüler aller Schularten zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit, in der Landesakademie an gemeinsamen Kunst- oder Theaterprojekten eigenständig oder - in einem bestimmten finanziellen Rahmen - auch mit Unterstützung durch Theaterfachleute und freischaffende Künstler zu arbeiten.

Die Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater bietet somit Schülerinnen/Schülern und Schulkassen aller Schularten die Chance, den Reichtum und die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen kennen zu lernen, differenzierte Möglichkeiten im Umgang mit ihnen zu erproben, sie sich in einem kompetenten Dialog anzueignen sowie Interessen, Funktionen und ihre subjektiv bedeutsamen Nutzungsmöglichkeiten zu erschließen.

Geschichte - ein Blick zurück

Am 30. April 1990 stimmte der Ministerrat des Landes Baden-Württemberg der Errichtung einer als Landesbetrieb geführten Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater im Schloss Rotenfels zu, die nach Abschluss der Sanierungs-, Umbau- und Neubaumaßnahmen zum 1. Juli 1995 ihren Betrieb aufnahm. Die Akademie - ehemals Landsitz eines badischen Markgrafen - erhielt ihre heutige architektonische Gestalt durch den Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner.

Schloss Rotenfels - ehemaliger Landsitz eines badischen Markgrafen

  • Um 1725
    lässt Markgraf Ludwig Georg von Baden - Baden, als "Jägerlouis" in die badische Geschichte eingegangen, aufgrund allerdings nur bescheidener Erzvorkommen ein Hüttenwerk errichten.
  • 1753
    Der Rastatter Hofglaser und Murgschiffer Franz Anton Dürr nimmt nach Konkurs des Unternehmens im Jahre 1750 diesen merkantilistischen Betrieb wieder auf und erweitert ihn um eine Hammerschmiede.
  • 1790
    Nach mehrmaligem Pächterwechsel wird die Werkanlage endgültig geschlossen und Markgraf Karl Friedrich schenkt das "Rotenfelser Schmelz Guth" seiner zweiten Gemahlin Luise Karoline Freiin Geyer von Geyersberg. 
  • 1801
    lässt Luise Karoline nach Abriß der Werksgebäude nach und nach eine Steingeschirrfabrik aufbauen.
  • 1815
    Die napoleonischen Kriegswirren und die wachsende Konkurrenz fremder Hafnerwaren besiegeln gemeinsam mit der in Geldangelegenheiten verschwenderisch veranlagten Besitzerin den Niedergang der Rotenfelser Steingeschirrfabrik, die im Jahr darauf endgültig geschlossen wird.
  • 1816
    Die hochverschuldete Reichsgräfin tritt ihren Söhnen Leopold und Wilhelm gegen eine jährliche Apanage von 10.000 fl - eine damals horrende Summe - ihre badischen Güter ab. Ihr in den Revolutions- und Napoleonischen Kriegen mehrfach ausgezeichneter zweitältester Sohn Wilhelm wird neuer Besitzer des Rotenfelser Gutes. Noch im selben Jahr gibt der unternehmerisch veranlagte Adlige dem Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner den Auftrag, die ehemalige Steingeschirrfabrik zu einem repräsentativen Landsitz umzugestalten. 
  • 1817-27
    Der in dieser Zeit im oberitalienischen palladianischen Villenstil entstehende Landsitz dient dem Markgrafen zeitweise als Sommeraufenthalt. Die streng symmetrische Schlossanlage setzt sich aus Haupttrakt mit zentral angeordnetem Säulenportal und zwei Nebengebäuden mit Walmdächern zusammen, in denen die markgräflichen Pferde aufgestallt und die Equipagen untergebracht sind. Das Obergeschoss des Hauptgebäudes bleibt als "Bel Etage" der Herrschaft vorbehalten.
  • 1859
    Markgraf Wilhelm stirbt an den Folgen eines alten Kriegsleidens. Erbin des Schlosses wird seine Tochter Fürstin Sophie zur Lippe. Eine architektonische Aufwertung erhält das Schloß durch die Umgestaltung des Südportikus mit einem Bogengiebel und toskanischen Säulen. 
  • 1904
    Nach dem Tod Sophies wird Feodora zu Leiningen geb. zu Hohenlohe-Langenburg neue Eigentümerin des markgräflichen Besitzes.
  • 1936
    Nach dem Tod dieser Enkelin des Markgrafen geht das Schloß in bürgerlichen Besitz über. Park, Elisabethenquelle und Trinkhalle erwirbt die Gemeinde Rotenfels. Waldungen und Felder werden Eigentum des badischen Landesfiskus.
  • 1943
    Dr. Otto von Blanquet, Direktor der Eisenwerke, wird Besitzer des ehemals fürstlichen Schlosses.
  • 1979
    Erwirbt die Stadt Gaggenau das Anwesen.
  • 1991
    beginnen die Rohbauarbeiten zur Sanierung von Schloss Rotenfels, das künftig als Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater genutzt wird. 

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