Informationen für Rückkehrer/Rückkehrwillige aus dem Ausland und Umzieher aus anderen Bundesländern

Zuzug aus dem Ausland

Die (Wieder-)Eingliederung von Schülerinnen und Schülern, die sich längere Zeit im Ausland aufgehalten haben, in das baden-württembergische Schulsystem (allgemein bildende und berufliche Schulen) erfolgt durch Einzelfallentscheidungen der jeweiligen Schulleitungen. Unter Berücksichtigung des im Ausland absolvierten schulischen Werdegangs und der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Schülerin bzw. des Schülers wird die geeignete Schulart und Klassenstufe festgestellt, ggf. durch ein einstufendes Prüfverfahren. Diese Regelung gilt für alle Schülerinnen und Schüler, d.h., es spielt keine Rolle, über welche Herkunftssprache sie verfügen.

Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Herkunftssprache besuchen soweit wie möglich die ihrem Alter und ihrer Leistung entsprechende Klasse der in Betracht kommenden Schulart. Dies gilt insbesondere für Grundschulkinder, die über eine integrative Förderung im Klassenverband in der sprachlichen Entwicklung unterstützt werden. Falls dies nicht möglich ist, nehmen sie an besonderen Fördermaßnahmen teil. Sprachförderung kann dabei in eigens gebildeten Klassen (Vorbereitungsklassen), in einem Kurssystem oder durch sonstige organisatorische Maßnahmen, z.B. Förderunterricht der Schule stattfinden (s. Verwaltungsvorschrift "Grundsätze zum Unterricht für Kinder und Jugendliche mit Sprachförderbedarf an allgemein bildenden und beruflichen Schulen" vom 1. August 2008, K.u.U.S. 57, geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 11. November 2009, K.u.U.S. 223).

Bei Schülerinnen und Schülern, die im Herkunftsland eine der Realschule oder dem Gymnasium vergleichbare schulische Einrichtung besucht haben, ist eine Aufnahme in ein Gymnasium oder eine Realschule auf Probe möglich, wenn die Schule zur Auffassung gelangt, dass die Schülerin bzw. der Schüler in absehbarer Zeit die Anforderungen des Bildungsgangs in Bezug auf einen ausreichenden Kenntnisstand der deutschen Sprache erfüllen wird.

Berechtigungen, die von einer deutschen Schule im Ausland, die unter der Aufsicht des Auslandsschulausschusses der Kultusministerkonferenz steht, verliehen wurde, werden anerkannt.

Schülerinnen und Schüler, für die zum Ende der Klassen 5 bis 10 kein Zeugnis erteilt und damit keine Versetzungsentscheidung getroffen werden kann, weil sie an einem längerfristigen  Einzelschüleraustausch mit dem Ausland teilgenommen und dort die Schule besucht haben, werden auf Antrag der Erziehungsberechtigten, bei Volljährigkeit auf ihren Antrag ohne Versetzungsentscheidung in die nächsthöhere Klasse bzw. Jahrgangsstufe 11 aufgenommen.

Ein längerfristiger, in der Praxis meist ein halbes oder ein ganzes Jahr umspannender, mit einem Schulbesuch verbundener Auslandsaufenthalt einer Schülerin oder eines Schülers führt auf ihren/seinen Antrag hin zu einem automatischen Aufsteigen in die nächsthöhere Klasse. Wenn die Schülerin oder  der Schüler in der nächsthöheren Klasse den Anforderungen nicht gewachsen ist, kann sie bzw. er in den ersten acht Wochen, ohne dass dies als Nichtversetzung zählt, in die nächstniedrigere Klasse wechseln.

Zuzug aus einem anderen Bundesland

Schulische Berechtigungen, die Schülerinnen und Schüler in anderen Bundesländern erworben haben, werden in Baden-Württemberg anerkannt, d.h. die Kinder und Jugendliche, die nach Baden-Württemberg umziehen, können ihre Schullaufbahn in der bisherigen Schulart hier fortsetzen. Das Ministerium empfiehlt, frühzeitig mit den in Frage kommenden Schulen Kontakt aufzunehmen. Informationen über die in Frage kommenden Schulen können im Internet abgerufen werden, entweder über den Internetauftritt der jeweiligen Schule oder der Stadt und Gemeinde.

Anerkennung/Bewertung ausländischer Bildungsnachweise

Für die Bewertung und Anerkennung von ausländischen Bildungsnachweisen deutscher Studienbewerber mit Wohnsitz in Baden-Württemberg ist die Zeugnisanerkennungsstelle des Regierungspräsidiums Stuttgart zuständig.

Bei deutschen Studienbewerbern, die nicht in Baden-Württemberg wohnen, bewertet die Zeugnisanerkennungsstelle Bildungsnachweise nur im Hinblick auf die Zulassung zu einem Studium an den Hochschulen des Landes, sofern in geeigneter Form nachgewiesen wird (z.B. durch Korrespondenz mit der aufnehmenden Hochschule), dass das Studium tatsächlich in Baden-Württemberg begonnen wird.

Informationen zur Bewertung von ausländischen Bildungsnachweisen finden sich auch in der Datenbank der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen beim Sekretariat der Kultusministerkonferenz.

Ausländische Staatsangehörige mit ausländischen Bildungsnachweisen, die in Baden-Württemberg studieren wollen, müssen sich direkt an die jeweilige Hochschule wenden.

Ausländische Bildungsnachweise von ausländischen Staatsbürgern mit Wohnsitz in Baden-Württemberg können von der Zeugnisanerkennungsstelle im Hinblick auf ihre Verwendung für den Zugang zu schulischer und beruflicher Aus- und Weiterbildung bzw. Tätigkeit geprüft werden, sofern die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen (u.a. längerfristig gültige Aufenthaltserlaubnis).

Einzelheiten zu den vorzulegenden Nachweisen finden sich auf dem Internetauftritt des Regierungspräsidiums Stuttgart auf der Seite der  Zeugnisanerkennungsstelle.



 

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