Lernstandserhebungen an den allgemein bildenden Schulen

Im Kontext einer didaktisch-methodischen und pädagogischen Selbstvergewisserung werden seit dem Schuljahr 2005/2006 flächendeckend an allen allgemein bildenden Schulen Vergleichsarbeiten eingesetzt. Die Vergleichsarbeiten erheben als Instrument der Selbstevaluation den Lernstand von Klassen und von einzelnen Schülerinnen und Schülern in standardisierter Form. Damit sind die Vergleichsarbeiten ein wichtiges Instrument um zu überprüfen, inwieweit es den Schulen gelungen ist, die in den Bildungsstandards formulierten Erwartungen an den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler zu erreichen.

Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten sollen – neben weiteren Daten – von den Schulen systematisch und zielgerichtet für die innerschulische Qualitäts- und Unterrichtsentwicklung im Sinne eines auf Daten und Fakten gestützten Kreislaufs genutzt werden. Durch eine kritisch-reflexive und zugleich wertschätzende Kultur der Ergebnisrückmeldung zur Unterrichtspraxis und der Arbeit an schulinternen Curricula dienen die Vergleichsarbeiten der Verbesserung von Schule und Unterricht. Der Umgang der Schulen mit den Ergebnissen von Vergleichsarbeiten im Rahmen der systematischen Unterrichts- und Schulentwicklung ist daher auch ein wichtiger Gegenstand der Fremdevaluation.

Vergleichsarbeiten sind bundesweit etablierte Lernstandserhebungen, die einen unverzichtbaren und wichtigen Baustein der Schul- und Unterrichtsentwicklung bilden und über deren notwendigen Einsatz sich die Bundesländer verständigt haben. Ab dem Schuljahr 2015/16 wird sich Baden-Württemberg an den bundesweit eingesetzten Verfahren VERA 3 und VERA 8 beteiligen, die sich an den von der Kultusministerkonferenz verabschiedeten Bildungsstandards und dazu entwickelter Kompetenzstufenmodelle orientieren. Die Vergleichsarbeiten VERA sind schriftliche Arbeiten in Form von Tests, die den Kompetenzstand von Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der länderübergreifend verbindlichen Bildungsstandards im zweiten Schulhalbjahr der Klasse 3 bzw. der Klasse 8 untersuchen. Zudem soll eine empirisch gesicherte Lernstandserhebung "Lernstand 5" zeitlich zwischen den beiden Verfahren VERA 3 und VERA 8 zu Beginn des 5. Schuljahres angesiedelt werden, das auf den bundesweiten Standards der Primarstufe basiert (vgl. zu diesen Neuerungen die Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums zu den zentral angefertigten Lernstandserhebungen, Az.: 31-6500.4/559, KuU Heft 17 vom 01.10.2014, S. 121).

Vergleichsarbeiten VERA 3

Die Vergleichsarbeiten VERA 3 sind schriftliche Arbeiten in Form von Tests, die den Kompetenzstand von Schülerinnen und Schülern im zweiten Schulhalbjahr der Klasse 3 hinsichtlich der länderübergreifend verbindlichen Bildungsstandards für die Primarstufe untersuchen. Im Rahmen von VERA 3 werden einzelne ausgewählte Kompetenzbereiche in den Fächern Deutsch und Mathematik überprüft. Die Ergebnisrückmeldungen liefern Erkenntnisse über den Lernstand der Schülerinnen und Schüler zum Testzeitpunkt. Damit wird den einzelnen Schulen eine abgesicherte datengestützte Standortbestimmung ermöglicht, um daraus Handlungsbedarf für die Unterrichtsgestaltung und die weitere Förderung abzuleiten. VERA 3 eignet sich nicht als Grundlage für Übergangs- bzw. Schullaufbahnempfehlungen, da VERA 3 bezogen auf den einzelnen Schüler/die einzelne Schülerin keine zuverlässige Prognose zum weiteren Schulerfolg liefert.

An VERA 3 beteiligen sich alle Bundesländer. Die Arbeiten werden länderübergreifend vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Berlin entwickelt. VERA 3 wird in den Grundschulen zu bundesweit festgelegten Terminen eingesetzt. Die Durchführung von VERA 3 ist für die Grundschulen in Baden-Württemberg verpflichtend. VERA 3 wird nicht benotet.

Mit der operativen Durchführung für das Land Baden-Württemberg wurde das Landesinstitut für Schulentwicklung vom Kultusministerium beauftragt.

Jährlich werden je zwei Kompetenzbereiche in Deutsch und Mathematik getestet, wobei der Bereich Deutsch-Lesen in jedem Jahr getestet wird. Die anderen Kompetenzbereiche wechseln. Vorgesehene Bereiche in Deutsch sind:

  • Zuhören
  • Schreiben
  • Rechtschreiben
  • Lesen – mit Texten und Medien umgehen
  • Sprache und Sprachgebrauch untersuchen

Vorgesehene Bereiche in Mathematik sind:

  • Zahlen und Operationen
  • Raum und Form
  • Muster und Strukturen
  • Größen und Messen
  • Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit

Lernstand 5

Lernstand 5 ist ein förderdiagnostisch orientiertes Verfahren des Landes Baden-Württemberg für die Fächer Deutsch und Mathematik. Zu Beginn der Orientierungsstufe wird der Lernstand von Schülerinnen und Schülern in eng umrissenen Kompetenzen der Bildungsstandards ermittelt und dabei das gesamte Leistungsspektrum heterogener Lerngruppen abgedeckt. Im Rahmen einer sogenannten Lernstandsanalyse werden einzelne prognostisch relevante Basiskompetenzen untersucht. Die Ergebnisrückmeldungen liefern den Lehrkräften fundierte Informationen über den Leistungsstand ihrer Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der untersuchten Kompetenzen (Ebene I).

Aufbauend auf diesen Ergebnissen kann eine Förderung diagnosegeleitet, d. h. passgenau und zielgerichtet, erfolgen. Die im Rahmen von Lernstand 5 zur Verfügung gestellten Förderangebote nehmen ebenfalls das gesamte Leistungsspektrum in den Blick (Ebene II).

Das Verfahren wird landesweit in den Klassenstufen 5 zu festgelegten Terminen eingesetzt und nicht benotet. Lernstand 5 ist kein Instrument, das die Eignung für eine Schulart bewerten kann, da es nur einen engen Ausschnitt der Leistungen erfasst. Die Durchführung der Lernstandsanalyse (Ebene I) ist für die weiterführenden Schulen verpflichtend, die Materialien für die diagnosegeleitete Förderung (Ebene II) können optional genutzt werden.

Mit der Entwicklung und Durchführung von Lernstand 5 wurde das Landesinstitut für Schulentwicklung vom Kultusministerium beauftragt.

Vergleichsarbeiten VERA 8

Die Vergleichsarbeiten VERA 8 sind schriftliche Arbeiten in Form von Tests, die den Kompetenzstand von Schülerinnen und Schülern hinsichtlich der länderübergreifend verbindlichen Bildungsstandards im zweiten Schulhalbjahr der Klasse 8 untersuchen. Im Rahmen von VERA 8 werden einzelne ausgewählte Kompetenzbereiche in den Fächern Deutsch und Mathematik, sowie Englisch oder Französisch überprüft. Die Ergebnisrückmeldungen liefern Erkenntnisse über den Lernstand der Schülerinnen und Schüler zum Testzeitpunkt.

Die Arbeiten werden länderübergreifend vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Berlin entwickelt. VERA wird bundesweit eingesetzt, um den einzelnen Schulen eine abgesicherte datengestützte Standortbestimmung zu ermöglichen und daraus einen Handlungsbedarf abzuleiten.

VERA 8 wird in den allgemein bildenden weiterführenden Schulen zu bundesweit festgelegten Terminen eingesetzt. Die Durchführung von VERA 8 ist für die Schulen in Baden-Württemberg verpflichtend. VERA 8 wird nicht benotet.

Mit der operativen Durchführung für das Land Baden-Württemberg wurde das Landesinstitut für Schulentwicklung vom Kultusministerium beauftragt.

Weitere Informationen: www.schule-bw.de/entwicklung/lernstandserhebungen/

Fußleiste