Schul- und Qualitätsentwicklung

Allgemein bildende Schulen

Der durch TIMSS im Jahr 1995 eingeleitete Vergleich mit internationalen Standards hat eine intensive und äußerst fruchtbare fachdidaktische Diskussion über die Art und Weise bewirkt, wie in deutschen Schulen unterrichtet wird bzw. wie Lehr- und Lernprozesse gestaltet werden. Durch die Beteiligung an PISA und IGLU wurden neue Konzepte eines verständnisorientierten und anwendungsbezogenen Lernens entwickelt, die zunehmend Eingang in die Lehrerfortbildung und die Unterrichtsmaterialien gefunden haben.

Diese neue Dimension einer "empirischen Wende" in der Schulforschung und in der Bildungspolitik stellt die notwendige Datenbasis für gezielte Impulse der Qualitätsentwicklung bereit. Auf der Grundlage einer empirisch gesicherten Erkenntnis über Stärken und Schwächen können im Sinne eines Steuerungswissens positive Entwicklungen stabilisiert und wo nötig Fehlentwicklungen korrigiert werden.

Qualitätsentwicklung ist Aufgabe und Auftrag für sämtliche Schulen. Die Gestaltung von Prozessen der Qualitätsentwicklung ist die einzige Möglichkeit, angesichts sich ständig verändernder Herausforderungen, den gestellten Erziehungs- und Bildungsauftrag verantwortungsvoll zu erfüllen. Der Wahrnehmung dieser Qualitätsverantwortung kommt eine herausragende Rolle zu.

Besondere Aufmerksamkeit erfahren in diesem Zusammenhang die Bildungspläne, die zum Schuljahr 2004/2005 an allgemein bildenden Schulen eingeführt wurden. Bundesweit einmalig und beispielgebend sind die Konzentration auf ein Kerncurriculum, die Freiräume der Schule zur Formulierung eines eigenen Schulcurriculums oder die Flexibilisierung von Lernzeiten im Rahmen von Kontingentstundentafeln.

Der in Baden-Württemberg eingeschlagene Weg wird bei der Weiterentwicklung der Bildungspläne zum Schuljahr 2016/2017 kontinuierlich weiterverfolgt. Es wird dabei sichergestellt, dass die gemeinsamen verbindlichen Bildungsstandards für allgemein bildende Schulen in Baden-Württemberg mit allen vorliegenden KMK-Standards (für Grundschule, Mittleren Schulabschluss, Abitur) abgeglichen werden.
Weitere Informationen zur Bildungsplanreform 2016.

Berufliche Schulen

Die Schul- und Qualitätsentwicklung an beruflichen Schulen erfolgt nach dem Qualitätsentwicklungssystem "Operativ eigenständige Schule" OES. OES zielt auf eine weitere Stärkung der pädagogischen und fachlichen Erstverantwortung der beruflichen Schulen. Im Mittelpunkt steht die Sicherung und Entwicklung der Unterrichts- und Schulqualität. Darüber hinaus wird eine Erweiterung der Gestaltungsräume in den Blick genommen.

Das Konzept OES baut auf dem Projekt "Stärkung der Eigenständigkeit Beruflicher Schulen" STEBS auf, das von 2003 bis 2006 in einem Modellvorhaben mit beruflichen Schulen erarbeitet und erprobt wurde. Neben den Schulen nahmen die Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung (Berufliche Schulen) teil.

Das Konzept OES legt den Schwerpunkt auf die Selbstevaluation und Qualitätsentwicklung in allen relevanten Bereichen des schulischen Lebens. Dabei steht der Unterricht als zentrale pädagogische Arbeit im Zentrum. Bei der Fremdevaluation blickt das Landesinstitut für Schulentwicklung in größeren Zeitabständen von außen auf die Schule. Die Fremdevaluation bildet eine Grundlage für Zielvereinbarungen zwischen Schule und Schulaufsicht.

Seit dem Schuljahr 2010/2011 entwickeln alle 300 beruflichen Schulen in Baden-Württemberg ihre Qualität nach dem Konzept OES weiter. Die stufenweise Einführung begann 2007 mit 70 Schulen.

Landesbildungsserver


 



 

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