Kooperation Schule/Bundeswehr

Kaum eine andere große Frage bewegt junge Menschen so sehr wie die von Krieg und Frieden. Schülerinnen und Schüler drängen im Unterricht nach Informationen und Erklärungen, sie sind wissbegierig, meinungsfreudig und diskussionsbereit. Sie sollen sich ein ausgewogenes Bild zu Fragen der Friedenssicherung und Sicherheitspolitik machen können. Kultusminister Andreas Stoch will zudem das Thema Friedenssicherung in den Schulen stärker verankern.

Seit dem Jahr 2009 gibt es in Baden-Württemberg eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kultusministerium und der Bundeswehr. Diese wurde vom damaligen Kultusminister Helmut Rau und Generalmajor Gert Wessels unterzeichnet. Sie wurde mit der Absicht getroffen, die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II mit sicherheitspolitischen Fragestellungen zu fördern. Sie sollen befähigt und motiviert werden, die Möglichkeiten der Friedenssicherung zu erörtern. Im Sinne der Vereinbarung haben Schulen u.a. die Möglichkeit, Jugendoffiziere einzuladen, um Schülerinnen und Schüler über deutsche Sicherheitspolitik zu informieren und mit ihnen über Fragen der Friedenssicherung zu diskutieren. Sie dient ausdrücklich nicht dazu, für Tätigkeiten innerhalb der Bundeswehr zu werben.

Nach dem Regierungswechsel im Jahr 2011 wurden die Diskussionen über die Vereinbarung angesichts der Kritik von SPD und Grünen aufgegriffen. Die neue grün-rote Landesregierung hatte ihre Absicht erklärt, die bisherige Kooperationsvereinbarung weiterzuentwickeln. Der damalige Kultusminister Andreas Stoch hatte deshalb Gespräche sowohl mit Vertretern der Bundeswehr als auch mit Vertretern der Friedensorganisationen geführt. In den Gesprächen wurde diskutiert, wie die Vereinbarung mit der Bundeswehr gemeinsam mit den Friedensinitiativen weiterentwickelt werden kann.

Am 14. August 2014 wurde zwischen dem Kultusministerium und der Bundeswehr die neue Vereinbarung zur Zusammenarbeit geschlossen. Sie ersetzt die von der Vorgängerregierung 2009 geschlossene Kooperationsvereinbarung. Die Übereinkunft folgt den Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses, wonach kontroverse Themen im Unterricht kontrovers diskutiert werden sollen.

In der neuen Vereinbarung wird stärker herausgestellt, dass die sicherheitspolitische Bildung in den Schulen unter Beteiligung der Jugendoffiziere der Bundeswehr ausgewogen angelegt sein muss und dass die Jugendoffiziere im Unterricht nicht für Tätigkeiten in der Bundeswehr werben dürfen. Zudem wird neu festgelegt, dass die Teilnahme angehender Lehrerinnen und Lehrer an Seminaren der Bundeswehr freiwillig ist. Die neue Vereinbarung verstärkt auch den Hinweis auf die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses als anerkannte Grundlage für die politische Bildungsarbeit.

Weitere Informationen zur Kooperationsvereinbarung

 



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