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Wirtschaft

Ziele und Schwerpunkte der fachdidaktischen Ausbildung

Ökonomisches Denken beinhaltet im Kern das Denken in den Strukturen der ökonomischen Verhaltenstheorie, das Denken in Wirkungszusammenhängen sowie das Denken in ordnungspolitischen Zusammenhängen. Ziel ökonomischer Bildung ist der mündige Wirtschaftsbürger in der Demokratie, der verantwortliche wirtschaftliche Entscheidungen treffen kann. Insbesondere soll ökonomische Bildung einen wichtigen Beitrag zur Berufs- und Studienorientierung leisten.


Mit welchen grundlegenden Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schüler ausgestattet werden?

Schülerinnen und Schüler können

  • Situationen des ökonomischen Handelns analysieren
  • Ökonomische Systemzusammenhänge erklären
  • Entscheidungen ökonomisch begründen
  • Rahmenbedingungen der Wirtschaft verstehen und mitgestalten
  • Ökonomische Probleme und Konflikte perspektivisch und ethisch beurteilen.


Folgende fachwissenschaftliche Kategorien ökonomischer Bildung sind leitend für die Wirtschaftsdidaktik:

1. Wirtschaftliches Handeln ist bedürfnisgetrieben und vollzieht sich unter Restriktionen.
2. Wirtschaftliches Handeln bezieht sich auf knappe Ressourcen (Güter, Zeit, Fähigkeiten, Vermögen, Umwelt etc.).
3. Wirtschaftliches Handeln ist zweck- und zielbestimmt und berücksichtigt damit das Rationalitätsprinzip.
4. Wirtschaftliches Handeln vollzieht sich in Unsicherheit, unvollkommener Voraussicht und unter unvollkommenen Informationen und ist häufig nur beschränkt rational.
5. Wirtschaftliches Handeln orientiert sich an Kosten-Nutzen-Rechnungen und führt zu Opportunitätskosten.
6. Wirtschaftliches Handeln ist risikobehaftet.
7. Wirtschaftliches Handeln schafft Interdependenzen innerhalb des ökonomischen Systems und zwischen dem ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen System.
8. Wirtschaftliches Handeln vollzieht sich arbeitsteilig und bedarf der Koordination und Kooperation (Markt und Staat).
9. Wirtschaftliches Handeln zwischen Wirtschaftssubjekten ist in der Regel mit Wettbewerb verbunden. Wettbewerb führt einerseits zu dynamischer Effizienz und dadurch zu Wohlstandsgewinnen, ist aber auch mit sozialer Ungleichheit verbunden. Wirtschaftliches Handeln führt nicht generell zu einer Harmonie zwischen Eigennutz und Gemeinwohl.
10. Wirtschaftliches Handeln kann deshalb Eingriffe des Staates in den Wirtschaftsablauf und die Wirtschaftsordnung erfordern, die Gegenstand politischer Auseinandersetzungen sind. Allerdings können Eingriffe des Staates in den wirtschaftlichen Prozess auch zu wirtschaftlichen Fehlentwicklungen führen.
11. Wirtschaftliches Handeln vollzieht sich in und zwischen Institutionen, zwischen konfligierenden Interessen, innerhalb von Regeln (rechtliche, gewohnheitsmäßige) in einem gegebenen und veränderbaren Ordnungsrahmen, der demokratischer Legitimation bedarf.
12. Wirtschaftliches Handeln berührt gesellschaftliche Grundwerte wie Freiheit, soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit und damit ethische Fragen.


Didaktisch/methodische Prinzipien ökonomischer Bildung

Schülerorientierung: Ökonomische Bildung knüpft an der Lebenswelt und den Erfahrungen und Interessen der Schülerinnen und Schüler an.
Wissenschaftsorientierung: Neben der Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre ist die Politikwissenschaft wichtige Bezugswissenschaft.

Problemorientierung: Ökonomische Bildung soll von ökonomischen Problemstellungen ausgehen und vorrangig Wissen und Kompetenzen vermitteln, die zur Problembearbeitung erforderlich sind. Problemlösungsfähigkeit hat Vorrang vor Wissensanhäufung.

Exemplarität: Die Auswahl der zu behandelnden Inhalte muss zum einen schüler- und problembezogen sein, zum zweiten exemplarisch für das Thema. Exemplarisches Lernen und Lehren ermöglicht, allgemeine wirtschaftliche Fragestellungen (Strukturen und Gesetzmäßigkeiten) im ausgewählten Problem zu erkennen, und ist damit eng verbunden mit dem Prinzip der Problemorientierung. Exemplarisches Lernen ist insofern Kern eines kompetenzorientierten Unterrichts.

Aktualität und Anschaulichkeit: Ökonomische Bildung soll nach Möglichkeit aktuelle Probleme und Lösungsvorschläge aufgreifen. Die Lehrinhalte sollen anschaulich und einprägsam vermittelt werden. Zusammen mit Auswahlkriterien wie Betroffenheit und Bedeutsamkeit der Thematik kann dadurch eine Steigerung des Interesses bzw. der Motivation an wirtschaftlichen Themen erreicht werden.

Induktives Vorgehen: Ökonomische Bildung geht nach Möglichkeit vom Besonderen - von anschaulichen Einzelfällen - aus, baut darauf auf und arbeitet das Allgemeine heraus. Fallorientierte Lehr-Lern-Sequenzen sind wichtige Elemente der unterrichtlichen Vorgehensweise.

Handlungsorientierung: Ökonomische Bildung soll selbsttätiges Lernen erlauben und fördern (z. B. durch entsprechende Methoden wie Fallorientierung, Planspiele, Projektarbeit).

Praxiskontakte und Berufsorientierung: Ökonomische Kompetenzen sollen auch durch direkte Praxiserfahrungen in privaten und öffentlichen Unternehmen gewonnen werden. Diese dienen besonders der Berufs- und Studienorientierung.

Literatur

 

Stand 15.04.2013

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