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Pädagogik

Fachschaft

 

Von links nach rechts (Fächer, außer psy/Psychologie und EW/Pädagogik):
Ruth Schwabe (E, Sw), Robert Felch (B, D), Ines Wagenplast (D, Gk, Ek), Thomas Schweizer (D, Gk), Christina Prätsch (D, M, eth), Dr. Dr. Martin Harant (evR, Phil/Ethik), Katrin Belge (E, G, D), Stefan Gerlach (M, D), Susanne Bergter (Et, G), Herrmann Speth (K), Lutz Wiemann (Gk, Wi, D, Sm), Johannes Schneider (L, E), Annette Heinke (kRel, E), Heiner Hoffmeister (D,Gk, eth), , Susanne Stephan (evR, D) und Hakan Turan (Ph, M, Phil/Ethik).

"Lehrer ist man nie; man wird es lebenslang."

1. Ziele Ihrer pädagogischen Ausbildung im Referendariat

In den meisten Pädagogikgruppen sitzen wie in einem Kollegium Referendarinnen und Referendare mit unterschiedlichen Fächern zusammen. Schulische Heterogenität wird somit in der Gruppe selbst erfahrbar und der interdisziplinäre Austausch über fachübergreifende Themen und Problemstellungen wird angeregt. Gerade in der Pädagogik richtet sich der Blick dabei immer wieder auf das Wohl der an der Schulgemeinschaft beteiligten Menschen. Das sind die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern, die Kolleginnen und Kollegen und Sie selbst, zum Beispiel mit Ihrer Arbeitszufriedenheit. Daher ist es neben dem Fachlichen und Methodischen unser besonderes Ziel, Sie bei der Weiterentwicklung Ihrer persönlichen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen zu unterstützen. Dazu gehört wesentlich Ihre Resonanzfähigkeit, fremde und eigene Stärken und Bedürfnisse wahrnehmen und rückmelden zu können.

Als Lehrerin oder Lehrer sollen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler gemäß dem klassischen Ziel von Bildung „in der Entfaltung und Stärkung ihrer gesamten Person fördern – so, dass sie am Ende das Subjekt dieses Vorgangs sind“ (H.v.Hentig, Einführung in den Bildungsplan 2004). Doch sind Sie auch für die Erfüllung gesellschaftlicher und institutioneller Bedürfnisse verantwortlich, die mit dem originär pädagogisch begründeten Bildungsauftrag und der pädagogischen Legitimation von Schule in Spannung geraten können (so bereits Humboldt, 1809). Sie bekommen Führungsaufgaben, Sie müssen sich innerhalb des Kollegiums positionieren, Sie sollen junge Menschen erziehen und Entscheidungen über ihren weiteren Bildungsgang treffen. Auch genuin gesellschaftlich-ökonomische Interessen werden verstärkt an das allgemeinbildende Schulwesen herangetragen (Krautz, 2010). Dabei bleiben Spannungen, Konflikte und Entscheidungsdilemmata zwischen Werten wie Gerechtigkeit, Fürsorge und Ehrlichkeit (Oser, 2007) nicht aus. Nicht einmal die viel gerühmte „Konsequenz“ ist in jedem Fall die passende pädagogische Tugend. Manchmal werden Sie das Gefühl haben, sich bei der Suche nach dem „Richtigen“ auf einem schmalen Grat zu bewegen.

Wenngleich Erfahrung und Routine viel helfen, sind auch Experten vor Misserfolgen nicht gefeit. Aufgrund des wachsenden Altersabstands zu den Schülerinnen und Schülern und gesellschaftlicher Entwicklungen mit neuen bildungspolitischen Anforderungen ergeben sich für jeden Lehrenden immer neue Herausforderungen. Da es also in vielen komplexen Situationen zwar Prinzipien und Strategien, aber keine festen „Algorithmen“ für Ihr Handeln gibt, hebt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung (2004) im ersten Paragraphen „die hohe Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit“ hervor, die „in der Ausbildung ständig reflektiert“ werden soll.
Was bedeutet für eine „Lehrerpersönlichkeit“ also „Professionalität“? - Viele Lehrerleitbilder bilden die Antinomien ab, in denen sich die Lehrperson stets bewegt und mit denen sie einen Umgang finden muss. Eine hervortretende Antinomie, die am Seminar im Anschluss an die universitäre Lehrerbildung bearbeitet wird, ist die zwischen Theorie und Praxis, weil Theorie die Besonderheit des je konkreten Falles nicht zu fassen vermag, der unreflektierte Praktiker sich jedoch gleichwohl nicht als handlungsfähig erweist (Helsper 2002). So geht es in der seminarspezifischen Lehrerbildung neben der theoretischen Reflexion um die Herausbildung eines „pädagogischen Takts“ (Herbart 1806). Es geht darum, sich als „reflektierender Praktiker“ (Lohmann 2003) zu verstehen und dabei neben der Weiterentwicklung von technisch-instrumentellen Fertigkeiten stets die Frage nach deren pädagogischer Legitimität im Blick zu behalten (Frost 2010). Sich laufend weiterzubilden und bei wachsender Routine bleibend dieselbe kritisch zu reflektieren und gegebenenfalls zu revidieren, sich Rückmeldungen über Erfolg und Misserfolg zu holen und sie konstruktiv zu verarbeiten, die Zusammenarbeit mit geeigneten Kolleginnen und Kollegen zu suchen und zu pflegen, weniger geeignete trotzdem in ihren Stärken anzuerkennen und nicht links liegen zu lassen, sich nötigenfalls Hilfe zu suchen, dies beschreibt in Stichworten die Haltung, in der wir Sie bestärken wollen.

 

2. Ausbildungsthemen

   Praxissemester 

  • Verhältnis von Anspruch und Konkretisierung des Kompetenzbegriffs
  • Aspekte der Hospitation und Unterrichtsplanung;
  • Didaktische Orientierungen und Unterrichtsprinzipien
  • Unterrichtsgespräche führen
  • Aktions- und Sozialformen, Artikulation
  • Pädagogische Leitlinien in Unter-, Mittel- und Oberstufe
  • Lernen und Motivation
  • Probleme des Jugendalters
  • Klassenmanagement
  • Kommunikation und Konfliktgespräch

   Referendariat

  • Berufsbezogene Selbstreflexion
  • Fallbezogenes Arbeiten an den Themen Beziehung, Lernen, Motivation und Jugendalter
  • Gesprächskultur im Unterricht
  • Klassenmanagement
  • Heterogenität und Inklusion
  • Binnendifferenzierung und Diagnostik
  • Begabung
  • Kooperatives Lernen und pädagogische Reflexion über Methoden offenen Unterrichts
  • Disziplin
  • Lehrergesundheit
  • Zeitmanagement
  • Reflexion eigener Lern- und Arbeitstechniken, Hausaufgaben
  • Elternabend, Beratung
  • Erziehung im Jugendalter
  • Schulschwierigkeiten und Gewaltprävention
  • Fallbeispiele aus dem schulischen Alltag
  • Schulentwicklung und gymnasiale Bildung


3. Besondere Kooperationen, Angebote und aktuelle Aktivitäten der Fachschaft Pädagogik

  • Zur Vorbereitung und vertiefenden Reflexion des Praxissemesters bieten wir im Rahmen des Pflichtmoduls „Personale Kompetenz“ (PK) an der Universität Stuttgart Seminare zu den Themen „Selbstkompetenz und pädagogische Professionalität“ (SS) sowie „Interaktion und Kommunikation“ (Kompaktseminar im WS) an.
  • Als Praxissemesterstudent/in haben Sie eine gute Chance (ca. 80%), in fachhomogen zusammengesetzten Pädagogikgruppen die besonders intensive Kooperation zwischen Fachdidaktik und Pädagogik zu erfahren.
  • In unseren beiden Referendars-Zusatzangeboten „Schulpraxisreflexion“ (gegenseitige Unterrichtsbesuche und –rückmeldungen zur Lehrerpersönlichkeit) und „Supervision“ können Sie sich im kleinen fachheterogenen Kreis individuell weiter entwickeln.
  • Dem Ziel unseres Seminarprofils „Umgang mit Heterogenität“ fühlen wir uns in besonderer Weise verpflichtet, auf der Basis respektvollen Umgangs alltagstaugliche Ansprüche und praktikable Handwerkszeuge zur Wahrnehmung, Diagnose und Binnendifferenzierung zu entwickeln.


4. Literatur und Medien

 Literaturempfehlungen

 Filmempfehlungen

 

Stand 19.10.2016

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