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Der Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Grund-, Werkreal-, Haupt- und Gemeinschaftsschulen am Seminar Nürtingen

1 Vorbemerkungen

Dieser Orientierungsrahmen zur Ausbildung und zur Prüfung dient der Information über die organisatorische und inhaltliche Ausgestaltung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung.
Er stellt eine unter den Ausbilderinnen und Ausbildern des Seminars Nürtingen unter Mitwirkung von Mentorinnen und Mentoren und Schulleitungen verbindlich vereinbarte Leitlinie dar, welche die wesentlichen Hinweise und Kriterien für Ausbildung und Prüfung beinhaltet.
In diesem Sinne sind die genannten Kriterien leitend für Ausbildungsgespräche, für die Beratung, die Einschätzung von Leistungen im Ausbildungsprozess und für Bewertungen in den Prüfungen.
Damit soll möglichst hohe Transparenz und Handlungssicherheit bezüglich der Erwartungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Ausbildungsstandards geschaffen werden.

2.1 Ziel der Ausbildung

Im Vorbereitungsdienst werden die Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten aus dem Studium in engem Bezug zur Schulpraxis und auf der Grundlage der Bildungspläne so erweitert und vertieft, dass der Erziehungs- und Bildungsauftrag an Grund-, Werkreal-, Haupt- und Gemeinschaftsschulen erfolgreich und verantwortlich erfüllt werden kann. Die Entwicklung der Berufsfähigkeit und der Lehrerpersönlichkeit sowie die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit sind die wesentlichen Ziele der Ausbildung.
Schule und Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Seminar) bilden die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter aus. Die unterrichtspraktische Ausbildung steht im Mittelpunkt. Die Bedeutung von Schulentwicklungsprozessen wird ebenso vermittelt wie die Zielvorstellungen interner und externer Evaluation und die Fähigkeit, eigenen Unterricht zu reflektieren.

2.2 Ausbildungsfächer, Stufenschwerpunkt

Die Ausbildung orientiert sich an den Vorgaben der gültigen Bildungspläne. Soweit ein Ausbildungsfach der Ersten Staatsprüfung Bestandteil eines schulischen Fächerver-bundes ist, unterrichten die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter in der Regel in diesem Fächerverbund und werden in ihm ausgebildet und geprüft.
Wer in der Ersten Staatsprüfung bilingual geprüft wurde, kann seine Ausbildung fortsetzen und schließt sie entsprechend ab. Gleiches gilt für das Europalehramt.
Bewerberinnen und Bewerber mit studiertem Schwerpunkt Grundschule können mit Zustimmung des Seminarleiters zum Schwerpunkt Hauptschule / Werkrealschule wechseln. Eine frühzeitige Besprechung mit dem Seminarleiter und eine rasche Entscheidung sind für eine effektive Gestaltung und Abstimmung der Ausbildung sehr erwünscht. In den Fällen des § 4 Abs. 9 (Schwerpunktwechsel) finden beide Lehrproben in der Werkreal- oder Hauptschule statt, davon eine ab Klasse sieben.

2.3 Praxisphase in der Gegenstufe

Im Vorgriff auf die zukünftige Trennung der Lehrämter können Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter ihren Lehrauftrag und die Prüfung komplett im studierten Stufenschwerpunkt ableisten.
Während des ersten Ausbildungsabschnitts absolvieren diese Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter eine Praxisphase in der Gegenstufe. Die Praxisphase erfolgt an möglichst ortsnahen GS/HWRS/GMS, wobei die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter im Team (2-4 LA) arbeiten.
Jede Lehreranwärterin / jeder Lehreranwärter wählt zur individuellen Kompetenzentwicklung ein Ziel als Schwerpunkt aus. Entsprechend dem gewählten Ziel erfolgen die Übernahme von Unterricht/Begleitung von Lernprozessen, Hospitationen, die Durchführung von Erhebungen/Erkundungen, etc. in der Regel im Team. Mögliche Schwerpunkte werden während der Einführungswoche in der Pädagogikgruppe thematisiert.
Über die Praxisphase wird eine Dokumentation erstellt im Umfang von max. 6 Seiten A4. Die Schulleitung bestätigt die erfolgreiche Tätigkeit in der Gegenstufe. Diese Bestätigung ist bedeutsam für die Entscheidung "Selbständiger Unterricht" im Rahmen des zweiten Ausbildungsgesprächs und wird von den Ausbilderinnen/Ausbildern Pädagogik im Proto-koll festgehalten.
Nähere Erläuterungen zur Organisation erfolgen in der Einführungswoche am Seminar.

2.4 Erster Ausbildungsabschnitt

Der erste Ausbildungsabschnitt dauert ein Unterrichtshalbjahr und dient der vertieften Einführung in eine zunehmend selbständige Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit. Er umfasst die Ausbildung am Seminar und an den Schulen, denen die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter zugewiesen sind.
Während des ersten Ausbildungsabschnitts unterrichten die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter wöchentlich in der Regel bis zu sieben Unterrichtsstunden in der Grund-, Werkreal-, Haupt- und Gemeinschaftsschule. Sie beginnen damit baldmöglichst und unterrichten zunehmend eigenverantwortlich im Rahmen des Lehrauftrags anderer Lehrkräfte. Sie nehmen an sonstigen Veranstaltungen der Schule teil und lernen die Aufgaben einer Klassenlehrerin / eines Klassenlehrers und die schulischen Gremien kennen. Für diese Lernfelder, für gezielte Hospitationen, für den Lernort Schule und für den Ausbildungsanteil in der Gegenstufe sollten Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter im ersten Ausbildungsabschnitt durchschnittlich sechs Stunden wöchentlich zur Verfügung stehen. Zum angegebenen Termin leitet die Schule dem Seminar hierzu die Vereinbarungen und Daten zum ersten Ausbildungsabschnitt zu. (vgl. Datenblatt 1. Ausbildungsabschnitt)
(Formulare: www.seminar-nuertingen.de )
Der erste Ausbildungsabschnitt verlängert sich ein Mal um ein Unterrichtshalbjahr, wenn das Seminar oder/und die Schule(n) feststellen, dass selbständiger Unterricht im zweiten Ausbildungsabschnitt nicht zu verantworten ist. In diese Entscheidung wird die Tätigkeit in der Gegenstufe entsprechend eingebunden. Der Seminarleiter berichtet darüber unverzüglich dem Regierungspräsidium.
Bestehen aus Sicht der Schule Bedenken bezüglich der Übertragung von selbständigem Unterricht, nimmt die Schulleitung bis spätestens Anfang Juni Kontakt mit der Seminarleitung auf.

2.5 Zweiter Ausbildungsabschnitt

Der zweite Ausbildungsabschnitt dauert zwei Unterrichtshalbjahre und umfasst selbständigen Unterricht mit eigenem Lehrauftrag, begleitende Veranstaltungen des Seminars und die Prüfung.
Während des zweiten Ausbildungsabschnitts unterrichten die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter in der Regel dreizehn (bei Schwerbehinderung zwölf) Wochenstunden selbständig, davon mindestens elf (bei Schwerbehinderung zehn) in kontinuierlichen Lehraufträgen. Diese sollen die Ausbildungsfächer umfassen, darunter stets Mathematik oder Deutsch oder eine Fremdsprache und falls möglich einen Fächerverbund.
Den Lehrauftrag für den selbständigen Unterricht vergibt die Schulleitung in Abstimmung mit den Lehreranwärterinnen und Lehreranwärtern und dem Seminar. (vgl. Datenblatt 2. Ausbildungsabschnitt)
(Formulare: www.seminar-nuertingen.de)

Das Seminar empfiehlt Lehreranwärterinnen und Lehreranwärtern sich möglichst voll auf ihren Stufenschwerpunkt zu konzentrieren und dort beide Lehrproben und die Dokumentation mit Präsentation zu absolvieren.
Ein Großteil des Lehrauftrags im selbständigen Unterricht sollte möglichst in einer Klasse gebündelt werden. Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter sollten mit der Wahrnehmung von Aufgaben einer Klassenlehrerin / eines Klassenlehrers in der Regel in Kooperation mit einer anderen Lehrkraft beauftragt werden. So können sie für ihren Berufseinstieg gezielt ein entsprechendes Kompetenzprofil entwickeln.
Der Einsatz ist in allen Klassen / Lerngruppen möglich.
Wird ein Prüfungsteil im Fach Englisch an der Grundschule absolviert, so ist nach dem Ansatz des integrativen Fremdsprachenunterrichts (Bildungsplan) erforderlich, dass der Lehrauftrag neben Englisch ein weiteres Fach / Fächerverbund (Fächerverbundsteile) in der gleichen Klasse umfasst.
Arbeitsgemeinschaften, Stütz- und Fördermaßnahmen, Chor, Orchester, Aufträge im Bereich der Ganztagesschule usw. können nach Abstimmung mit den Lehreranwärterinnen und Lehreranwärtern und dem Seminar übernommen werden, wenn die studierten Fächer abgedeckt sind und sie damit einverstanden sind.

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