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Wettbewerb "Karawane"

 

Fotowettbewerb

Naturundich

 

Die Sieger stehen fest!

 

Die Sieger:

 

Christine Frick aus Ravensburg 
Frank Ratajczak aus Luckau 
Juliane Werth aus  Belzig (2 Bilder)

Jan-Hendrik Stein aus Roßtal 
Meinhard Pfisterer aus Weingarten 
Jürgen Hüsmert aus Dortmund

Franz-Daniel Pfaff aus Bad Waldsee 
Peter Alt aus Frankfurt am Main
Klaus Wäscher aus Bergatreute (2 Bilder) 

Dr. Hilke Steinecke aus Frankfurt am Main

 

Herzlichen Glückwunsch!

 

 

Energiepolitische Exkursionen am Seminar Meckenbeuren

Exkursion „AG Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ 2010

Am 13. Und 14. Juli 2010 machten sich 10 Mitglieder der AG des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung (GHWRS) Meckenbeuren unter der Leitung von Direktor Karl Handschuh auf den Weg nach Südbaden.  Den Auftakt bildete das Mittagessen im Bistro der Solarfabrik in Freiburg.
Beeindruckend dabei war unter anderem neben der Architektur des Gebäudes vor allen Dingen auch die Tatsache, dass trotz herrschender Gluthitze draußen und Vollverglasung der Südfassade auf insgesamt 210 Quadratmetern, im Gebäude eine äußerst angenehme Temperatur herrschte. Was vor wenigen Jahren noch undenkbar erschien, in der Nullemissionsfabrik der Solar-Fabrik AG wurde es Realität. Eine geschickte Verknüpfung von Energiespartechniken mit dem kompromisslosen Einsatz erneuerbarer Energien.
Weiter ging es dann in die benachbarte Öko-Station.
Herr Hufnagel als Mitglied des Leitungsteams gab uns einen Überblick über die jüngsten Aktivitäten und Veranstaltungen der unter der Ägide des BUND-Regionalverbandes stehenden Öko-Station. Erstaunlich, welche vielfältigen Bereiche unter dem Motto „Natur erleben – Zukunft gestalten“ die im Jahre 1986 anlässlich der Landesgartenschau ins Leben gerufene Institution heute abdecken kann. Darunter zu finden sind (um nur einige zu nennen) z. B. Projekte wie Stadtökologie, Energiesprecherprojekt, Umweltfüchse, Abfallprojekte, EMAS und BNE, Jugendbegleiterwerkstatt, Cooler Schulhof. In der anschließenden Diskussion mit den Themenfeldern „Funktionierende Netzwerke“, „Erfahrungen in der Lehrerfortbildung“ und „Kooperationsmöglichkeiten“ wurde als Ergebnis ein Fortbildungstag am Seminar in Meckenbeuren vereinbart.
Christa-Marija Schuldt führte anschließend die Gruppe durch die Solarsiedlung Vauban mit ihren charakteristischen bunten Holzhäusern – ein Projekt entstanden



anlässlich der EXPO 2000. Auf einer Fläche von 11000 Quadratmetern entstanden dabei insgesamt 59 Wohnhäuser sowie mit dem „Solarschiff“ ein Gewerbebau, der umgerechnet allein durch seine „Plusenergiebauweise“ jährlich 200 000 l Öl einsparen kann. Den Höhepunkt schlechthin bildet im ganzen Ensemble  der „Heliotrop“, das erste Drehsolarhaus des Vauban-Architekten Rolf Disch.

Nach der gemütlichen Einkehr und Übernachtung in Oberharmersbach im Hotel Bären ging es am nächsten Morgen Richtung Baden-Baden zum SWR.  Hier konnten wir uns durch Herrn Hauke („planet-schule“) ein Bild machen von den neuesten Medientrends der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Sein Fazit: In Zukunft werden tendenziell immer mehr produzierte Materialien online zum Download zur Verfügung gestellt um u. a. auch die lange Laufzeit von aktuell durchschnittlich 7 Jahren von der Produktion bis hin zum Konsumenten  zu verkürzen. Wir lernten moderne Medien und ihre Einsatzmöglichkeiten aus der Sicht eines Medienproduzenten kennen und diskutierten anhand zweier Kurzfilme bzw. Filmausschnitte die Möglichkeit, BNE im Unterricht explizit zu thematisieren.


Die nachmittägliche Führung durch die Produktionsstudios mit dem Schwerpunkt „Schwarzwaldfamilie Faller“ bildete den Abschluss einer äußerst informativen und abwechslungsreichen Exkursion, bei der nicht zuletzt auch der zwischenmenschliche Aspekt nicht zu kurz kam.  Alle waren sich einig: Das machen wir wieder. Einen herzlichen Dank den Organisatoren Direktor Karl Handschuh und Fachleiterin Christa-Marija Schuldt sowie den Fahrern Christine Abele-Lutz und Franz-Daniel Pfaff.

Verfasser: Frido Brunold, Juli 2010
Fotos: Pfaff/Plümacher

 

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Am 10.07.1990 fand in Kooperation mit der Energieversorgung Schwaben (EVS) die erste energiepolitische Exkursion des Seminars Meckenbeuren zu den Windenergieanlagen bei Heroldstatt und den Solaranlagen der EVS in Laichingen statt. Seit dieser Zeit führt unser Seminar jährlich derartige Exkursionen durch.

Warum das? Genügt es für Lehrerinnen und Lehrer nicht, auf dem Informationsstand eines ganz gewöhnlichen Zeitungslesers zu sein?

Wir sind uns sicher: nein! Wer Kinder unterrichtet, muss in besonderer Weise sensibilisiert sein für alle Fragen, welche die zukünftige Entwicklung betreffen. Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte, die seit den entsprechenden UNO-Kommissionen und Konferenzen unter dem Konzept der „nachhaltigen Entwicklung“ bekannt sind, müssen in geeigneter Weise immer wieder im Unterricht thematisiert werden. Dazu ist es notwendig, dass deren Lehrerinnen und Lehrer über das notwendige Grundlagenwissen verfügen.

Gerade der Bereich der Energieerzeugung und –verwertung kann als exemplarisch betrachtet werden. Die Herausforderungen einer zukunftsfähigen Entwicklung heißen

Energieeinsparung,

rationelle Energieverwendung durch effiziente Technik,

Einsatz erneuerbarer Energien.

Auch über aktuelle Katastrophen und Krisen hinaus spüren wir immer deutlicher, dass die Grenzen der herkömmlichen Energieerzeugung erreicht sind. Rohstoffe werden täglich knapper. Steigende Bevölkerungszahlen und sich rasant entwickelnde Volkswirtschaften zwingen zu neuen Einsichten und Lösungen. Unabwendbare Preissteigerungen werden die Bereitschaft zu Einsparungen deutlich steigern, was ökologisches Bewusstsein und Ethik allein bisher kaum vermochten.

Für uns als Seminar für Didaktik und Lehrerbildung liegt darin eine Herausforderung. Fortschrittliche Bildungspläne ermöglichen Lehrerinnen und Lehrern eigene Schwerpunktsetzungen. Projektartiges Arbeiten kann Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise qualifizieren. Aber immer wieder werden wir zu der Frage der Qualifikation des Lehrpersonals zurückkommen. Die Kenntnis aktueller Problemstellungen allein genügt noch nicht. Oft genug sind selbst einfache physikalische Grundlagen und Begriffe in Vergessenheit geraten. Sich theoretisch mit einer Frage zu befassen, ist etwas anderes als die konkrete, sinnlich erfahrene Anschauung und das Gespräch mit Betreibern und Betroffenen.

Die Energiefahrt 2004 wurde nach dem Rückzug der EnBW aus der Kooperation, den wir sehr bedauern, allein vom Seminar organisiert. Eine Folge war, dass die Teilnehmerzahl begrenzt werden musste. In Fahrgemeinschaften fuhren wir drei Lernorte an.

In Bodnegg, einer kleinen Landgemeinde bei Ravensburg, wurde die 20 kW leistende Biogas-Anlage erkundet, die Land- und Energiewirt Josef Martin selbst erbaut hat. Die Gülle von 800 Schweinen fließt in einen Fermenter, dem auch Grasschnitt zugesetzt wird. Momentan wird zusätzlich zum ersten Generator ein zweiter installiert, so dass sich die kontinuierliche Netzeinspeiseleistung auf 40 kW verdoppeln wird. Der den Generator antreibende Motor liefert neben der mechanischen Energie, die zum Betrieb des Generator verwendet wird, vor allem viel thermische Energie. Das BHKW (Blockheizkraftwerk) versorgt mit seiner Wärme den Fermenter und alle Wohn- und Stallgebäude auf dem Hof.

Zweite Station war das Informations-zentrum der Firma Weishaupt in Wangen - Niederwangen. Herr Manfred Merz, Leiter der Nieder-lassung, informierte uns kompetent und umfassend über alle Anstrengungen, Hausheizungen intelligent und energieeffizient zu konzipieren. Die Brennwerttechnik, bei der auch den Abgasen noch Wärme entzogen wird, spielt dabei eine besondere Rolle. Herr Merz wies darauf hin, dass die Heizungstechnik bei der Planung eines modernen Gebäudes nur ein Aspekt ist. Solares Bauen, Wärmedämmung und nutzergerechter Einsatz von Wärme durch moderne Steuer- und Regelungstechnik müssen ineinander greifen.

In einer kurzen Regenpause hatten wir Gelegenheit, die Sonnenkollektoren der Firma Weishaupt in Augenschein zu nehmen. Beim Zusammenspiel von moderner Heizungs- und Sonnenkollektortechnik, die durch Verdoppelung der Fläche neben der Brauchwassererwärmung auch zur Heizungsunterstützung ausgelegt ist, sind Einsparpotentiale von bis zu 50% möglich!

Letzte Station unserer Energiefahrt 2004 waren die beiden Windenergieanlagen der Windkraft Langenberg GmbH und Co. KG. Herr Wendelin Einsiedler, Land- und Energiewirt und mittlerweile über viele Jahre erfahrener Projektierer und Betreiber von Windenergieanlagen im Allgäu, erläuterte uns die besonderen Gegebenheiten, die am Standort Langenberg gegeben waren. Unter anderem musste eine 9 km lange Leitung ins 20 kV-Netz der EnBW nach Leutkirch gelegt werden, um die Leistung der beiden Windkraftanlagen ins öffentliche Netz einspeisen zu können. Die Anlagen, deren Durchmesser jeweils 77 m beträgt, wurden ans Binnenland angepasst und für eine Nennleistung von jeweils 1,5 MW (1,5 Megawatt = 1500 Kilowatt) ausgelegt. Der Wind weht sehr kräftig an diesem erstaunlichen Standort und wir erfuhren viel über den ökologischen und ökonomischen Nutzen der Windenergienutzung für die Natur, die Gemeinde und die Betreiber. Eigentümer sind in der Hauptsache Bürger vor Ort. In den nächsten Jahren soll der Windpark Langenberg durch wenigstens eine weitere Großwindkraftanlage erweitert werden.

Das Seminar Meckenbeuren dankt sehr herzlich allen Beteiligten für die Bereitschaft, junge Lehrerinnen und Lehrer ebenso wie deren Ausbilder unentgeltlich mit innovativer Technik vertraut zu machen!

06.07.04

K. Handschuh

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