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Erlebnispädagogik

»Die Dinge, die wir wirklich wissen, sind nicht Dinge, die wir gehört oder gelesen haben, vielmehr sind es die Dinge, die wir gelebt, erfahren, empfunden haben.«

(Calvin M. Woodwards)

Die Erlebnispädagogik, eine Teildisziplin der Pädagogik, will anhand von Erlebnissen pädagogische Maßnahmen umsetzen. Sie versucht so, die Bedeutung von Erlebnis und Abenteuer für den erzieherischen Prozess zu nutzen. Dabei geht es vordergründig darum, dass anhand der Ausübung von Natursportarten die Bausteine Natur, Individuum und Gemeinschaft zum Erlebnis verbunden werden. Erlebnispädagogik heißt Lernen fürs Leben durch praktische Erlebnisse und Erfahrungen.

Erlebnispädagogik basiert auf den Ideen von Kurt Hahn (1886-1974) und soll den Verfallserscheinungen der Jugend entgegenwirken. Sie findet heute Anwendung in der Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendhilfe, Behindertenhilfe, in der Erlebnistherapie und der Betriebspädagogik. Die Erlebnispädagogik beruht auf einem ganzheitlichen Erziehungsprinzip. Lernen findet in der Verbindung von „Kopf und Hand“ statt, also auch bei sportlichen Aktivitäten, während Unternehmungen und Reisen.

Aus erlebnispädagogischer Sicht lassen sich drei Phasen voneinander abgrenzen: Auf die Zielfindungsphase, in der eine (Neu-) Orientierung stattfindet und Ziele und Herausforderungen gefunden werden, folgt die Aktionsphase, bestehend aus dem Erlebnis. Durch das Sammeln von Erfahrungen kommt es zur Reife. In der dritten Phase, der Reflexionsphase, erfolgt die Verarbeitung. Sie ist gekennzeichnet durch Beobachten, Bewerten und anschließendes Beurteilen.

Die Reflexionsphase ist von besonderer Bedeutung. Die Teilnehmer können aktionsbezogen persönliche Erlebnisse und Gefühle ansprechen und sowohl positive als auch negative Kritik an Programm und Teamern äußern. Probleme können diskutiert, positive Effekte hervorgehoben und verschiedene Lösungswege gefunden werden. Durch die erneute, reflektorische Beschäftigung mit dem zuvor Erlebten und der Verknüpfung mit Gefühlen und Emotionen, kommt es bei den Teilnehmern zu einem vertieften Lernen, was einen Transfer in den Alltag begünstigen kann.

Im folgenden Schaubild ist das Funktionsprinzip der Erlebnispädagogik dargestellt:
Prinzip der Erlebnispädagogik  
(Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Natursport und Ökologie)

„Erlebnispädagogische Aktivitäten umfassen […] alle Aktivitäten, die über Natur oder Umwelt ein verhaltensänderndes, bewusstseinserweiterndes, erzieherisches und/oder persönlichkeitsentwickelndes Ziel haben und sich dabei Erlebnissen im ganzheitlichen Sinne aller Sinneswahrnehmungen bedienen.“ (Michael Bieligk)

Ein erlebnispädagogisches Projekt ist das Programm  "ticket2nature". Ein erlebnispädagogisches Projekt ist das Programm "ticket2nature". Das Projekt wurde von der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Natursport und Ökologie an der Sporthochschule Köln (DSHS) und dem Umweltbeirat des Deutschen Skiverbandes (DSV) ins Leben gerufen. In den Camps werden unter anderem Natursportarten wie Schneeschuhwandern, alpines Ski fahren, Backcountry Skiing, Mountainbiking, Nordic Blading, Nordic Walking und Slacklining angeboten.

ticket2nature

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