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Französisch

Vorbemerkungen

Neben den fachspezifischen Inhalten des Faches befassen sich die Referendare mit den pädagogischen Aufgaben des Französischlehrers, seiner Funktion als Mittler zum französischsprachigen Raum und den pädagogischen Aspekten des Fremdsprachenlernens. Sie sollen sich der Modellhaftigkeit ihrer Person und Interaktion mit den Lernenden bewusst sein. Zielsprachenkompetenz, kommunikative Flexibilität sowie die Beherrschung der Handlungsanweisungen im Unterricht auf Französisch werden vorausgesetzt. Die Referendare lernen die verschiedenen didaktischen und methodischen Ansätze des Französischunterrichts kennen und setzen sich mit neuen Methoden und Medien kritisch auseinander. Im Rahmen der jeweiligen Fachseminarsitzungen werden die Inhalte des folgenden Plans nicht notwendigerweise chronologisch, sondern möglichst abgestimmt auf die Themen und Problemstellungen, die sich aus konkreten Unterrichtssituationen im Französischunterricht ergeben, vermittelt.

1. Einführung in Ziele und Inhalte des Faches Französisch im beruflichen Schulwesen

Ziele und Inhalte der Französischlehrpläne sind verbindliche Grundlage des Unterrichts. Prüfungsanforderungen müssen, fachrelevante Handreichungen u.ä. sollen bekannt sein. Folgende Aspekte sind zu berücksichtigen:

·         Hinweise auf den Wandel der Bedeutung des Faches Französisch;

·         die heutige Stellung des Faches im Fächerkanon der unterschiedlichen Schultypen und -arten des beruflichen Schulwesens;

·         die Schwerpunkte, die sich aus den unterschiedlichen Zielen der Schultypen (z.B. Kaufmännische Berufsschule) und -arten (z.B. Berufskolleg Fremdsprachen) ergeben;

·         die Berufsrelevanz des Faches Französisch;

·         Anwendungsmöglichkeiten von Handreichungen;

·         Prüfungsanforderungen auch als Richtlinie für die zu erreichenden fremdsprachlichen Qualifikationen.

2. Didaktik und Methodik des Faches Französisch

2.1 Planung, Durchführung und Auswertung von Unterricht

Bei der Planung des Unterrichts ist zu berücksichtigen, dass der Wissenserwerb der Schüler in der Fremdsprache nicht auf passiver Rezeption beruht, sondern ein aktiver Prozess insofern ist, als der Lernende das neu erworbene Wissen in sein bereits vorhandenes fremdsprachliches Wissen integrieren muss. Der Prozess des Wissenserwerbs, der Verarbeitung und der Verknüpfung von Information ist in engem Zusammenhang mit dem Erwerb von

Wortschatz, Grammatik, Literatur und Landeskunde zu sehen.

Im Einzelnen sind zu berücksichtigen:

·         fachwissenschaftliche Analyse des Unterrichtsstoffes;

·         didaktische und lehrplankonforme Analyse des Stoffes;

·         didaktische Reduktion;

·         Aufbau der Unterrichtsphasen nach lernpsychologischen Gesichtspunkten;

·         Konzipierung von Arbeitsaufträgen;

·         Nutzung von Internet und geeigneter Software zur Unterrichtsvorbereitung

2.1.1 Unterrichtsprinzipien

Grundlegende Prinzipien des Französischunterrichts sind Lernerorientiertheit, Förderung der Lernerautonomie und Kooperationsfähigkeit. Sie sind je nach Schultyp bzw. Schulart von unterschiedlicher Relevanz:

·         Förderung der kommunikativen Kompetenz im primären und sekundären Fertigkeitsbereich;

·         weitgehende Einsprachigkeit;

·         gezielter Einsatz des Deutschen als Basissprache (z.B. bei französisch-deutschen Übersetzungsübungen);

·         Motivationsförderung u.a. durch die Nutzung neuer Medien für kommunikative fremdsprachige Prozesse;

·         Authentizität der Kommunikationssituationen und des sprachlichen Materials;

·         Schaffung affektiver Bezüge zum französischsprachigen Raum;

·         Förderung einer vorurteilsfreien Haltung gegenüber der Kultur des französischsprachigen Raums;

·         Sensibilisierung für interkulturelles Lernen;

·         angemessene Fehlertoleranz in der mündlichen Kommunikation und in der Textproduktion.

2.1.2 Unterrichts- und Sozialformen

Unterrichts- und Sozialformen sollen das Erlernen der Fremdsprache insofern fördern, als sie natürliche Kommunikationssituationen schaffen oder vorbereiten. Den jeweils unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, z.B. muttersprachliche Kenntnisse in Französisch und verwandten Sprachen oder Lerntypen, sollen im Französischunterricht Rechnung getragen werden.

·         weitgehend einsprachiges Unterrichtsgespräch;

·         Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit;

·         (computergestützter) Projektunterricht;

·         Unterricht am Computer (z.B. Teleteaching);

·         Lernen an Stationen;

·         selbstorganisiertes Lernen (SOL);

·         Globalsimulation;

·         Lehrervortrag;

·         Sprachlernspiele.

2.1.3 Medien

Im Französischunterricht kommt den Medien, insbesondere den neuen, eine große Bedeutung zu, denn sie ermöglichen authentische Kommunikationssituationen und bieten authentisches Material.

·         Einsatz von herkömmlichen Medien;

·         Nutzung der neuen Medien und Technologien bei der Recherche, Auswahl von Informationen, Präsentation und Kommunikation (E-Mail, Chatrooms, Newsgroups);

·         Analyse und Bewertung von Unterrichtsmaterialien (u.a. von CBT-Programmen) auch mit dem Ziel der Beratung der Schüler.

2.1.4 Vermittlung von Lern- und Arbeitstechniken

Lern- und Arbeitstechniken, die Teil der fächerübergreifenden Methodenkompetenz und von daher Schlüsselqualifikationen sind, fördern im Französischunterricht sowohl die Aneignung und Verarbeitung von Wortschatz, Grammatik, Literatur und Landskunde als auch die Lernerautonomie:

·         sachgerechte Benutzung von Nachschlagewerken (Grammatiken, Wörterbücher, elektronische Nachschlagewerke);

·         Informationsbeschaffung auf französischsprachigen Servern;

·         Anlegen einer Vokabelkartei;

·         Texterschließungsstrategien;

·         Textmarkierungsstrategien;

·         Anfertigen von Stichwortnotizen, Exzerpten und Zusammenfassungen in Französisch;

·         Mindmapping;

·         Präsentationstechniken (Foliengestaltung, Powerpoint u.ä.);

·         Scanning und Skimming;

·         Aufstellen eines Arbeitsplans, z.B. Vokabel- und Grammatiktraining;

·         Memotechniken;

·         Erkennen und Nutzen des individuell optimalen Lernwegs (Lerntyp, Lernblockaden);

·         Anfertigen von Referaten, Facharbeiten u.ä. auf Französisch;

·         Umgang mit den Hausaufgabenservern.

2.2 Sicherung von Unterrichtsergebnissen, Lernerfolgskontrolle und Leistungsbeurteilung

Eine transparente Beurteilung aller erbrachten Leistungen ist Voraussetzung für eine positive Unterrichtsatmosphäre, wobei im Französischunterricht besonders den mündlichen Leistungen ein besonderes Gewicht zukommt, da sie einen Großteil der Kommunikation ausmachen.

·         schriftliche Arbeiten (Vokabel- und Grammatiktests, Klassenarbeiten, Prüfungsaufgaben);

·         Beurteilungskriterien für schriftliche und mündliche Einzelleistungen; Benotung und Gewichtung;

·         Beurteilungskriterien für Gruppen- und Projektarbeiten, Präsentationen und Referate; Benotung;

·         Korrekturverfahren, Besprechung von Korrekturen;

·         Fehlerklassifizierung und -gewichtung;

·         Umgang mit Schülerfehlern bei mündlichen Beiträgen;

·         Fehlerprophylaxe und -therapie;

·         Notentransparenz, Erlasse, (Prüfungs-)Verordnungen

2.3 Die Behandlung der Lehrplaninhalte des Faches Französisch im Unterricht der unterschiedlichen Schultypen und -arten

Erkenntnisse der Angewandten Linguistik und der Lernpsychologie wirken sich auf die Vermittlung der Sprache aus. Bei Lehrplanthemen aus den Bereichen Landeskunde, Arbeitswelt und gymnasiale Profile werden Erkenntnisse anderer Wissensgebiete Fächer verbindend mit dem Ziel des Aktualitätsbezugs herangezogen.

2.3.1 Sprachliche Fertigkeiten und Kenntnisse/Einsichten

Der Erwerb lexikalischer und grammatischer Kenntnisse und Einsichten ermöglicht einen zunehmend produktiven Umgang mit der Sprache und kann Sprachbewusstheit fördern:

·         Schulung des Hörverstehens (Lautdiskriminierung; globales, selektierendes, detailliertes Hören und Komplexverständnis; Telefonieren);

·         Schulung der Sprechfertigkeit (Ausspracheschulung; gelenktes und freies Sprechen; Telefonieren);

·         Schulung des Leseverstehens (detailbezogenes und diskursives Lesen, auch berufsbezogener fachspezifischer Texte);

·         Schulung der Schreibfertigkeit (gelenkte und freie Textproduktion unterschiedlicher Textsorten, z.B. Briefe nach Vorgaben, Notizen);

·         Vermittlung von Übersetzungsstrategien (deutsch-französische, französisch-deutsche Übersetzungen von Handelskorrespondenz;

·         Übersetzung von Sachtexten aus der Fremdsprache; Sprachmittlerdienste; zusammenfassende Inhaltsangabe eines fremdsprachlichen Textes auf Deutsch u.a.);

·         Wortschatzvermittlung (Umfang des Wortschatzes; Kollokationen, Redemittel, Sachfelder, Wortfelder; Wort-erschließungsstategien; Aufbau eines aktiv verfügbaren und eines potentiell verfügbaren Verstehenswortschatzes; fachsprachliche Begriffe und Redewendungen, normsprachliche Wendungen in der Handelskorrespondenz);

·         Grammatikarbeit (Stellenwert der Grammatik beim Aufbau der Sprachkompetenz, Übungstypologie, Gestaltung von Übungssequenzen, Funktion der Fachterminologie)

2.3.2 Landeskunde und interkulturelle Bewusstheit

Landeskundliche Kenntnisse ermöglichen eine Reflexion über das Eigene und Fremde. Sie werden ergänzt durch das Bewusstmachen interkultureller Unterschiede:

·         Landeskunde in der Lehrbuchphase mit ergänzendem authentischen Material;

·         Entwicklung landeskundlicher Einheiten auch unter dem Aspekt fächerverbindenden Handelns;

·         besondere Bedeutung interkultureller Inhalte in der Berufswelt;

·         formale Besonderheiten im Schriftverkehr mit Frankreich.

2.3.3 Fiktionale Texte

Die Beschäftigung mit fiktionalen Texten verschiedener Gattungen eröffnet einen affektiven Zugang zur frankophonen Welt.

·         Auswahl (Ganzschriften, literarische Kleinformen, Gedichte, BD; auch adaptierte Texte);

·         Methoden der Vermittlung (z.B. pre-, while- und post-reading activities);

·         Aufbau einer Unterrichtssequenz zur Behandlung eines fremdsprachlichen Werkes.

2.3.4 Ergänzende Module

Ergänzende Module eröffnen die Möglichkeit, weitere Alternativen der Fremdsprachendidaktik und Fremdsprachenmethodik nach Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufzugreifen.

·         Möglichkeiten des bilingualen Unterrichts;

·         Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Fächer (u.a. Team-teaching, Internetplattform, Projekte)

·         Kommerzielle Sprachvermittlungsmethoden

3. Unterricht und Erziehung

Die Französischlehrerin und der Französischlehrer stehen in einem Beziehungsgeflecht mit allen am Schulleben Beteiligten. Daraus ergeben sich spezifische pädagogische Aufgaben in Verbindung mit der Fremdsprache Französisch:

·         Betreuung von verschiedenen fremdsprachigen schulischen Projekten und individuellen Schülerarbeiten (Referat, Facharbeit u.ä.);

·         Beratung von Schülerinnen und Schülern und Eltern (z.B. bei der Sprachenwahl, bei Lernschwierigkeiten in der Fremdsprache);

·         Durchführung und Betreuung von außerunterrichtlichen Angeboten (z.B. Besuche von fremdsprachigen Theateraufführungen, außerschulische Sprachlernmöglichkeiten, Sprachenwettbewerbe, Studienfahrten, Schulpartnerschaften);

·         Zusammenarbeit mit Fachkolleginnen und Fachkollegen bei Fachkonferenzen (z.B. zum Aufbau einer fremdsprachlichen Schülerbücherei, einer Mediathek u.ä.)

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