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Ethisch-Philosophisches Vertiefungsmodul als Wahlangebot im Seminar

I. Die Gesamtkonzeption

Das EPG-Erweiterungsmodul ist als freiwilliges Wahlangebot angelegt, das 30 Stunden umfasst. Es soll denjenigen, die überhaupt noch kein Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium absolviert haben, das in Baden-Württemberg verpflichtender Teil der Lehrerausbildung ist, Einblick in zentrale ethische Fragestellungen sowie in grundlegende theoretische Antworten und Kategorien geben und sie mit moralischen Argumentationsweisen vertraut machen.
Aber auch für diejenigen, die „im Ländle“ studiert haben, besteht – über das in der Seminar-Ausbildung bereits verankerte EPG-Angebot hinaus – hier die Möglichkeit einer Auffrischung, Weiterführung und Vertiefung der ethisch-philosophischen Perspektiven im Unterrichtsalltag der unterschiedlichen Fächer. Das Modul eröffnet damit einen zusätzlichen Raum, in dem die bisher erworbenen ethisch-philosophischen Kompetenzen (selbst)reflexiv und im Diskurs eingeübt und erprobt werden können.
Generell sollen die Referendar/innen ein besseres Gespür für Wertdimensionen bekommen und eine größere Sicherheit dafür, diese im Unterricht angemessen wahrzunehmen. Darüber hinaus gilt es, die ethische Werthaltigkeit von Denken und Handeln zu erkennen, Argumente auf ihre Konsistenz und Schlüssigkeit hin zu überprüfen sowie eine normative Diskussion angemessen moderieren und kritisch begleiten und handlungsorientiert umsetzen zu können.
Dies geschieht durch Vorstellung ethisch relevanter Problemstellungen, die Transferwert für weitere Fächer bzw. Kompetenzfelder des Gymnasialen Bildungsplanes haben, sowie deren didaktisch-methodische Erarbeitung.
Die regelmäßige und aktive Teilnahme wird am Ende des Kurses in einer thematisch aufgeschlüsselten, qualifizierten Bescheinigung attestiert.

II. Übersicht über Anlage und Argumentationsfiguren des EPG-Vertiefungsmoduls

Block A: Einführung in zentrale Frage- und Problemstellungen sowie grundlegende Ansätze der Ethik

Systematisierung auf verschiedenen Ebenen; Überblick über die Aufgaben- und Problemfelder der Ethik; zentrale philosophische Perspektiven dazu und ihre Konsequenzen

Block B:  Schulpraktische Wertvermittlungskonzepte zur Förderung moralischer Kompetenz

Ein Spektrum soll aufgespannt werden, das sowohl analytische als auch hermeneutisch-kommunikative und ästhetisch-kreative Dimensionen beinhaltet wie z.B.

  • Selbstklärung
  • Werte-Reflexion
  • Begründungen
  • Problemanalysen
  • Gedankenexperimente
  • Dilemmasituationen
  • Theoretische bzw. ,,konkrete“ Diskurse

Diese Konzepte werden anhand ausgewählter und gemeinsam vereinbarter ethisch relevanter Perspektiven und Inhalte vorgestellt und ausprobiert, die – in unterschiedlicher Akzentuierung – in allen Fächern von Bedeutung sind.

Grundsätzlich leitende Fragen können dabei sein:

1. Wo fängt Leben an  - wo hört es auf?
Definition und Grenzen
2. Wann ist ein Leben sinnvoll und wie kann ich es gestalten?
Auf der Suche nach dem Glück
3. Wie ist Leben „hand zu haben“ und zu verantworten?
Hirntod, Organverpflanzung, Gentechnologie
4. Wie sind ethische (Lebens-)Entscheidungen zu begründen?
I: Sokrates, Hobbes, Hume bzw. II: Aristoteles, Stoa, Kant, Utilitarismus, Diskursethik
5. Wie sind Lebens-Werte interkulturell verbindlich zu machen?
Judentum, verbunden mit einem Lerntag im Pädagogisch-Kulturellen-Centrum in Freudental.

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