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LZ 4 - die Zukunfts-AG


Ein Kooperationsprojekt zwischen dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (GS, WRS/HS) und der Albrecht-Dürer-Schule Meckenbeuren

LZ 4: "Lernziel Zukunft für SchülerInnen der 4. Klasse" - so lautete die offizielle Bezeichnung einer offenen AG, die im Frühjahr 2009 startete und über das gesamte Schuljahr 09/10 hinweg Bestand hatte. Das Seminar stellte die Lehrperson. Zunächst 22 Schülerinnen und Schüler der Klassen 2-4 (im folgenden Schuljahr dann 13 SchülerInnen der Klassen 3 und 4) nahmen an dem Angebot teil, das aus organisatorischen Gründen immer nur freitags in der 6. Stunde stattfinden konnte.
Den finanziellen Rahmen bildete eine Zuwendung in Höhe von 1000.- Euro, welche die dm-Markt-Kette im Rahmen ihrer Aktion "Ich bin ein Futurist" (ausgezeichnetes Dekad-Projekt) zur Verfügung gestellt hatte. Davon wurde Arbeitsmaterial angeschafft und es wurden aufwändigere Exponate (Dampfmaschine, Wasserstofffahrzeug, Solarmodul, ….) gekauft, die nach Abschluss des Projekts in den Fundus bzw. die Ausleihe des Seminars aufgenommen wurden und so allen Schulen unseres Bezirks zur Verfügung stehen.

Der Bildungsplan für die Grundschulen wie auch für die weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg ist deutlich am Leitbild der "nachhaltigen Entwicklung" ausgerichtet. Für alle Fächer wurden Kompetenzen formuliert, um die Bildung für nachhaltige Entwicklung zu einem Unterrichtsprinzip zu machen und damit das zukunftsgerichtete Denken und Lernen zu fördern.
So richtig es ist, in allen Fächern solche Kompetenzen anzustreben, so richtig ist auch, in einem freiwilligen Zusatzangebot explizit Fragen der zukünftigen Entwicklungen anzusprechen und damit Kindern die Möglichkeit zu geben, sich regelmäßig und über einen längeren Zeitraum intensiv mit dem Nachdenken über Gegebenheiten und dem Entwickeln von Visionen zu beschäftigen. Beim Experimentieren, beim Basteln und im Spiel gewinnen die Kinder Einsichten und machen konkrete Erfahrungen.

Der Schwerpunkt der Arbeit mit der jahrgangsübergreifenden Gruppe lag zunächst auf dem Themenbereich "Energie". Erste Erfahrungen mit der Sonnenenergienutzung, der Windkraft und auch mit der Energieerzeugung aus fossilen Quellen, die letztlich auch gespeicherte Sonnenenergie sind, wurden gemacht.
Im Schuljahr 09/10 bildete die Arbeit an einem "Haus der Zukunft" den Mittelpunkt der AG-Aktivitäten. Zwei Räume sollten exemplarisch für ein ganzes Haus stehen, …
… das mit Naturmaterial optimal gedämmt wurde,
… dessen Öffnungen mit dreifach verglasten Fenstern versehen wurden
… das eine solare Stromversorgung erhalten sollte
… dessen Anbau mit einem begrünten Flachdach versehen werden sollte

Begleitend zu diesen Arbeiten beschäftigten sich die Kinder auch mit Mobilitätsfragen (Bau von Solarfahrzeugen, Erprobung eines Wasserstofffahrzeugs), sie bauten eine einfache Solarnachführung, sie verschalteten einzelne Solarzellen zu einem Modul, sie bauten aus Schläuchen und Eckstücken einen Sonnenkollektor, sie bauten ein Windrad, sie erkundeten bauliche Details des gerade renovierten Schulgebäudes (Dreifachverglasung) und der großen Solarstromanlage auf dem Schuldach, sie führten Messungen zum Stromverbrauch von Geräten durch und entwarfen Sticker, die zum Energie sparen aufforderten.

Praxisorientierung und nicht theoretischer Austausch standen im Mittelpunkt. Die Arbeit wurde in der Regel immer zu Beginn einer Stunde so aufgeteilt, dass 3-4 Kinder sich einer Aufgabe widmeten. Einzelarbeit blieb die Ausnahme. Dadurch entstand für die Lehrperson ein hoher Planungs- und Organisationsaufwand, der oft in einem fragwürdigen Verhältnis zur konkreten Arbeitszeit in der Schulstunde stand, denn es musste ja auch noch aufgeräumt und saubergemacht werden. Nur einmal traf sich daher die Gruppe zu einem zweistündigen Sondertermin an einem Nachmittag.
Wenngleich das Haus der Zukunft aus Zeitgründen letztlich nicht in allen Teilen komplett fertig gestellt werden konnte, so wissen nun doch alle Kinder um die Sinnhaftigkeit der Tätigkeiten und sie konnten viele handwerkliche Tätigkeiten selbständig ausführen, wobei sie den Umgang mit Materialien und Werkzeugen erproben und erlernen konnten. Bis auf einen kleinen Kratzer beim Hantieren mit einer Glasscheibe blieben die jungen Forscher dabei von Verletzungen verschont.
Trotz des ungewöhnlichen Zeitpunkts für die AG war die Motivation stets sehr hoch; wenn wegen anderweitiger dienstlicher Verpflichtungen einmal ein Termin ausfallen musste, gab es Proteste.
Zum Abschluss der AG erhielten alle Kinder eine von der Lehrperson hergestellte Präsentation auf CD, in der die Grundlagen der Entwicklung des Lebens, die Arbeit von LZ 4 und Tipps für die weitere Entwicklung eines eigenen und nachhaltigen Lebensstils der Kinder gegeben wurden. Die Präsentation schließt ab mit den Worten, die zusammen mit dem Handzeichen das Begrüßungsritual von LZ 4 bildeten:

LZ 4, wohin geht die Reise?
  In die Zukunft!
Wie heißt unser Raumschiff?
  Die Erde!
Wen nehmen wir mit?
  Alle!
Was treibt uns an?
  Die Sonne!

 


 

 

 

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