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Struktur des Vorbereitungsdienstes


Der Vorbereitungsdienst ist in zwei Ausbildungsabschnitte gegliedert.

Der erste Ausbildungsabschnitt dauert ein Unterrichtshalbjahr und dient der vertieften Einführung des Lehreranwärters in die Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit an Grundschulen und an Hauptschulen. Er umfasst die Ausbildung am Seminar und an den Schulen, denen der Lehreranwärter zugewiesen ist. Der Lehreranwärter unterrichtet im Rahmen des Lehrauftrags anderer Lehrkräfte zunehmend eigenverantwortlich.

Der zweite Ausbildungsabschnitt dauert zwei Unterrichtshalbjahre und umfasst selbständigen Unterricht in eigenem Lehrauftrag an den Schulen sowie begleitende Veranstaltungen des Seminars und die Prüfung.

Ausbildung am Seminar

Die Ausbildung am Seminar obliegt dem Leiter des Seminars und den Ausbildern. Sie umfasst Veranstaltungen in

   1. Pädagogik,
   2. Didaktik und Methodik der Ausbildungsfächer
   3. Schulrecht, Beamtenrecht sowie schulbezogenem Jugend- und Elternrecht.

Der Lehreranwärter wird in seiner Ausbildung von den für ihn zuständigen Ausbildern betreut. Sie besuchen ihn im Unterricht, beraten ihn und geben ihm Gelegenheit, in ihrem Unterricht zu hospitieren. Während der Ausbildung werden Ausbildungsgespräche geführt, an die alle an der Ausbildung des Lehreranwärters am Seminar beteiligten Ausbilder und der Lehreranwärter eingebunden sind. Insgesamt besuchen die Ausbilder den Lehreranwärter in beiden Ausbildungsabschnitten in der Regel neun mal. Über das Beratungsgespräch im Anschluss an den Besuch fertigt der Ausbilder ein Ergebnisprotokoll, das er dem Lehreranwärter zuleitet.

Unter Berücksichtigung der geführten Ausbildungsgespräche und aller sonstiger dienstlichen Erkenntnisse erstellt der Leiter des Seminars vor dem Ende des Vorbereitungsdienstes einen schriftlichen Ausbildungsbericht über die Kompetenzen und besonderen Qualifika­tionen des Lehreranwärters.

 
Ausbildung an der Schule

Die Ausbildung an der Schule erfolgt an den Grund- und Hauptschulen, denen der Lehreranwärter zugewiesen ist. Sie wird vom jeweiligen Schulleiter im Einvernehmen mit dem Leiter des Seminars geregelt und überwacht und schließt die Ausbildung in Schulkunde ein. Der Schulleiter kann diese Aufgaben seinem ständigen Vertreter oder in begründeten Ausnahmefällen einem Mentor übertragen. Unter Ausbildungsgesichtspunkten erfolgt eine abgestimmte Betreuung und Beratung durch Schulleiter, Fachbereichsleiter, Fachleiter oder Lehrbeauftragten und Mentor.

Der Schulleiter bestellt im Einvernehmen mit dem Seminar einen Mentor. Der Mentor betreut den Lehreranwärter zusammen mit den Fachlehrern in den Fächern und begleitet und berät ihn darüber hinaus während der gesamten Ausbildung an der Schule. Schulleiter und Mentor können jederzeit den Unterricht besuchen. Der Schulleiter ist verpflichtet, in jedem Fach mindestens einen Unterrichtsbesuch durchzuführen.

Im Rahmen seiner Vorbereitungen fertigt der Lehreranwärter in der Regel zwei ausführliche schriftliche Unterrichtsvorbereitungen, die vor Beginn der schulpraktischen Prüfung erstellt sein müssen. Der Schulleiter stellt sicher, dass diese Unterrichtsvorbereitungen gefertigt werden.

Während des ersten Ausbildungsabschnitts beträgt der Lehrauftrag des Lehreranwärters wöchentlich in der Regel zwölf Unterrichtsstunden, in denen er hospitiert und eigenständig unterrichtet. Er nimmt an sonstigen Veranstaltungen der Schule teil und lernt die Aufgaben des Klassenlehrers kennen. Im nicht studierten Schwerpunkt unterrichtet der Lehreranwärter eigenständig im Umfang von etwa 50 Unterrichtsstunden. Er soll in diesem Abschnitt Einblick nehmen in die Entwicklung und Profile der Grundschule und der Hauptschule.

Im Rahmen eines Unterrichtsbesuchs am Ende des ersten Ausbildungsabschnitts, an dem in der Regel der Schulleiter, der Mentor und ein Ausbilder anwesend sind, wird festgestellt, ob die Unterrichtstätigkeit nach Absatz 4 erfolgreich ist und im zweiten Ausbildungsabschnitt selbständiger Unterricht übertragen werden kann. Erfolgt die Ausbildung an zwei Schulen, entscheiden beide Schulleiter einvernehmlich.

Während des zweiten Ausbildungsabschnitts unterrichtet der Lehreranwärter in der Regel zwölf Wochenstunden selbständig, davon mindestens zehn Stunden in Form eines kontinuierlichen Lehrauftrags. Dieser Lehrauftrag umfasst die Ausbildungsfächer. Entspricht ein Ausbildungsfach nicht einem in der Stundentafel ausgewiesenen Unterrichtsfach, ist in dem Unterrichtsfach zu unterrichten, das das Ausbildungsfach inhaltlich mit umfasst.

Im Rahmen des Lehrauftrags muss Unterricht an einer Grundschule und an einer Hauptschule erteilt werden. Der Einsatz der Lehreranwärter mit studiertem Schwerpunkt Grundschule erfolgt in den Klassen 1 bis 7, derjenigen mit studiertem Schwerpunkt Hauptschule in den Klassen 3 bis 10. Nach dem Wechsel des Schwerpunkts der Ausbildung gemäß § 4 Abs. 7 GHPO II umfasst der Lehrauftrag überwiegend Unterricht an einer Hauptschule.

Der Leiter der Schule erstellt unter Beteiligung des Mentors und gegebenenfalls des Leiters der anderen Schule etwa zwei Monate vor Ende des Vorbereitungsdienstes eine schriftliche Beurteilung über die Berufsfähigkeit des Lehreranwärters unter Berücksichtigung der schulkundlichen Kenntnisse und leitet diese unverzüglich dem Prüfungsamt zu. Beurteilt werden dabei auch seine pädagogischen, erzieherischen und didaktischen Fähigkeiten, die Wahrnehmung der Aufgaben eines Klassenlehrers und das dienstliche Verhalten im zweiten Ausbildungsabschnitt.

Die Beurteilung steht bis zum Ende der Ausbildung unter dem Vorbehalt der Änderung. Sie ist zu ändern, wenn die weiteren Leistungen des Lehreranwärters oder sein dienstliches Verhalten eine abweichende Beurteilung erfordern. Die Beurteilung schließt mit einer Note nach § 22 GHPO II. Die Note „ausreichend“ oder eine bessere Note ist ausgeschlossen, wenn die Lehrfähigkeit in einem Ausbildungsfach oder die pädagogisch- erzieherischen Kompetenzen als nicht ausreichend beurteilt werden.


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